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09.01.2004

08:10 Uhr

Auch bei den LBS gibt es Bewegung

Sparkassenverbände trotzen der Politik

VonCaspar Dohmen und Peter Köhler (Handelsblatt)

Anfang nächsten Jahres soll die erste länderübergreifende Fusion der beiden Sparkassenverbände aus Niedersachsen und Schleswig-Holstein stehen. Daran hält der Präsident des Niedersächsischen Sparkassen- und Giroverbandes (NSGV), Thomas Mang, trotz politischem Gegenwind fest.

HANNOVER. In beiden Ländern hätten Sparkassen und Kommunen bereits grünes Licht für den Zusammenschluss gegeben, sagte Mang dem Handelsblatt. Auch der Sparkassenverband aus Schleswig-Holstein pocht auf den Zusammenschluss. „Wir halten daran fest“, erklärt ein Sprecher.

Allerdings gibt es Schwierigkeiten. So sieht Ralf Stegner, Finanzminister in Schleswig-Holstein, derzeit nur eine geringe Basis für diese Verbandsfusion. Er favorisiert einen Zusammenschluss der Verbände aus Schleswig-Holstein und Hamburg. Letzterer umfasst drei Mitgliedsinstitute und beschäftigt nur eine Hand voll Mitarbeiter – zu wenig für bedeutsame Synergieeffekte.

Bei den andauernden Gesprächen von Sparkassen und Politik könnte am Ende ein Kompromiss stehen: der gleichzeitige Zusammenschluss aller drei Verbände. Allerdings hat der Hanseatische Verband eine andere Rechtsform. „Wir werden prüfen, ob beide Konstruktionen zusammenzuführen sind“, erläutert Mang.

Gegen den Willen der Politik können die Sparkassen ihre Fusionspläne allerdings nicht umsetzen. Weil die Staatsverträge geändert werden müssen, verfügen die Landesregierungen über eine Vetomöglichkeit.

Für falsch hält der Sparkassenpräsident die Bildung riesiger Sparkassen in seiner Region: „Ich bezweifele das dies der richtige Weg für einen Flächenstaat wie Niedersachsen ist.“ Die Diskussion über die Schaffung von Ballungsraumsparkassen ist in vollem Gang, seitdem die beiden rheinischen Sparkassen aus Köln und Bonn bereits dieses Jahr zusammengehen wollen. Allerdings sieht Mang in Niedersachsen durchaus Fusionsbedarf unter den noch 50 Sparkassen. „Wir haben hier in den vergangenen Jahren vergleichsweise wenig Zusammenschlüsse gesehen.“ Unter Zugzwang seien wegen steigender aufsichtsrechtlicher Anforderungen vor allem kleinere Häuser. Grundsätzlich hält Mang an vielen Stellen in der Sparkassenorganisation Zusammenschlüsse für sinnvoll, ob bei den öffentlichen Versicherern, den Landesbanken oder den Landesbausparkassen (LBS). Derzeit nehmen die Hannoveraner auch an den Gesprächen für eine Fusion der öffentlichen Regionalversicherer aus Kiel, Münster und Düsseldorf teil.

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