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23.01.2007

09:56 Uhr

Auch Deutsche und Dresdner

Banken haben Pech mit Glücksspielen

Die US-Justiz hat 16 internationale Banken wegen ihrer Verbindungen zum Internetglücksspiel vorgeladen. Neben der britischen Großbank HSBC und der Schweizer Credit Suisse gehören nach übereinstimmenden Presseberichten auch die Deutsche Bank und die Dresdner Bank zu den betroffenen Instituten.

LONDON. Seit vergangenen Oktober sind in den Vereinigten Staaten alle Finanztransaktionen, die im Zusammenhang mit Internetglücksspielen stehen, illegal. Offiziell dürfen Kreditkartenfirmen und Banken Zahlungen im Zusammenhang mit Online-Wetten in den USA seither nicht mehr akzeptieren. Die meisten Firmen haben deshalb angekündigt, sich aus dem US-Markt zurückzuziehen. Das ist ein überaus schmerzlicher Schritt, weil US-amerikanische Spieler den Anbietern bisher den Löwenanteil ihrer Umsätze und Gewinne gebracht haben.

Die meisten der von den US-Behörden vorgeladenen Banken haben Anbieter von Online-Casinos bei ihrem Börsengang beraten. Das US-Justizministerium verlangt nun Informationen über die Aktienplatzierungen der Spieleanbieter. Die Geldhäuser seien von einem New Yorker Gericht aufgefordert worden, sämtliche E-Mails, aufgezeichnete Telefongespräche und Dokumente, die mit den Börsengängen in Zusammenhang stehen, einzureichen. Experten sehen in den Vorladungen ein indirektes Vorgehen der US-Justiz gegen die Online-Spieleindustrie. Ein direkter Angriff gegen die Casinos ist auf Grund des Sitzes der Unternehmen außerhalb der USA nicht möglich – daher versuche die Justiz nun den Umweg über die Kreditinstitute.

Dresdner Kleinwort, die Investmentbankentochter der Dresdner Bank hat unter anderem den Börsengang des Internetcasinos Partygaming beteiligt. Auch die Deutsche Bank hatte das Unternehmen beraten, war aber bei der Aktienplatzierung nicht mit dabei. Beide Institute wollten die Meldungen nicht kommentieren.

Der Schwerpunkt der internationalen Online-Glücksspielbranche liegt in London, wo eine ganze Reihe führender Unternehmen an der Börse notiert sind. Ihre Aktienkurse sind nach der Verabschiedung des Gesetzes im US-Kongress um mehr als die Hälfte eingebrochen. Auch der jüngste Vorstoß der US-Behörden sorgte für weitere Kursverluste von Internet-Casino-Aktien. So gaben die Anteile von Partygaming 6,5 Prozent nach. Die Aktien des Konkurrenten Sportingbet verloren gestern noch einmal sechs Prozent an Wert.

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