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29.01.2013

14:15 Uhr

Auf Renditejagd

Niedrigzins treibt Banken in den Energiemarkt

Auf der Suche nach höheren Renditen sind immer mehr Banken und Versicherungen in den Energiemarkt eingestiegen. Zu diesem Ergebnis kommt die Unternehmensberatung PwC. 2013 sollte der Anteil noch weiter steigen.

Die Banken-Skyline in Frankfurt. Versicherungen und Banken steigen verstärkt in den Energiemarkt ein. dpa

Die Banken-Skyline in Frankfurt. Versicherungen und Banken steigen verstärkt in den Energiemarkt ein.

DüsseldorfImmer mehr Banken und Versicherungen stoßen einer Studie zufolge auf der Suche nach hohen Renditen im Energiemarkt vor. Im vergangenen Jahr hätten Pensionsfonds, Fondsgesellschaften, Staatsfonds und Banken 44 Milliarden Dollar (rund 33 Milliarden Euro) in Übernahmen, Fusionen und Beteiligungen in der Stromwirtschaft und erneuerbaren Energie investiert, berichtete die Unternehmensberatung PwC am Dienstag. Damit habe sich ihr Anteil an allen Transaktionen in diesem Bereich auf 29 Prozent verdoppelt. Wegen der niedrigen Zinsen an den Kapitalmärkten dürfte sich das Interesse 2013 noch verstärken.

Vor allem Strom- und Fernleitungsnetze treffen den Experten zufolge auf das Interesse institutioneller Anleger. In Deutschland und Großbritannien sorge die Regulierung für mehr Sicherheit bei den Renditen. Erst vor wenigen Tagen hatte der Netzbetreiber Tennet angekündigt, dass sich der japanische Finanzinvestor Misubishi mit 576 Millionen Euro am Ausbau der Stromnetze zur Anbindung von Windkraftanlagen in der Nordsee beteiligt. Die von der Bundesnetzagentur in diesem Bereich zugesagte Rendite auf das investierte Kapital liegt bei rund neun Prozent. Tennet TSO-Chef Martin Fuchs hatte der Nachrichtenagentur Reuters gesagt, er rechne schon bald mit weiteren Kooperationen im dreistelligen Millionenbereich.

Große Energiekonzerne wie etwa Eon versuchen derweil, in neuen Wachstumsmärkten Fuß zu fassen. Eon-Chef Johannes Teyssen baut Geschäfte in der Türkei und Brasilien auf. In den gesättigten Märkten in Deutschland und Europa stößt der Konzern hingegen frühere Kerngeschäfte ab - sehr zur Freude von interessierten Banken und Versicherungen. So erwarb im vergangenen Jahr ein Konsortium um die australische Investmentbank Macquarie für 3,2 Milliarden Euro die Eon-Ferngasnetztochter Open Grid Europe (OGE). Bereits zuvor hatte Macquarie von RWE die Netztochter Thyssengas erworben.

Während Banken und Versicherungen vorpreschen, halten sich viele Versorger insbesondere bei Zukäufen in Europa zurück. PwC bezifferte den Gesamtwert der weltweit rund 1000 Energie-Deals auf 154 Milliarden Dollar - im Vergleich zu 2011 ein Rückgang um 27 Prozent. Der größte Deal im vergangenen Jahr war die 12,5 Milliarden Dollar schwere Übernahme von Tokyo Electric Power durch die japanische Regierung. Dem verstaatlichten Unternehmen gehört der Reaktor in Fukushima, wo es im März 2011 zu einem der größten Unfälle in der Geschichte der Atomenergie gekommen war.

Von

rtr

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