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18.07.2012

19:28 Uhr

Auflagen nicht erfüllt

Deutsche Bank wird die BHF nicht los

Der Investor RHJ International muss sein Konzept verbessern, wenn die Übernahme der Deutsche-Bank-Tochter BHF gelingen soll. Die Finanzaufsicht Bafin fordert von RHJ einen höheren Eigenkapitalbetrag für die Bank.

Deutsche Bank-Zentrale in Frankfurt. dpa

Deutsche Bank-Zentrale in Frankfurt.

FrankfurtFür die Deutsche Bank wird der Verkauf der Tochter BHF zur unendlichen Geschichte. Der Investor RHJ International beißt mit seinem Übernahmekonzept für die Frankfurter Traditionsbank bei der Finanzaufsicht BaFin erneut auf Granit. „Das reicht einfach noch nicht", sagte eine Sprecherin der Bonner Behörde am Mittwoch. „Da muss noch einiges geklärt werden."

Der vom ehemaligen Dresdner-Banker Leonhard „Lenny" Fischer geführte Investor könne seine Pläne aber noch nachbessern. Finanzkreisen zufolge fordern die Aufseher von RHJ einen höheren Eigenkapitalbeitrag für die BHF-Bank, damit sie letztlich einem Verkauf zustimmen können. Der Preis wird von Insidern auf rund eine halbe Milliarde Euro taxiert.

Bereits im Oktober musste RHJ einen formellen Übernahme-Antrag bei der BaFin zurückziehen, nachdem diese Zweifel an der Tragfähigkeit des Konzeptes signalisiert hatte. Fischer suchte daraufhin Co-Investoren, um den Kauf zu stemmen. Finanzkreisen zufolge hat er rund eine Handvoll gefunden. In informellen Gesprächen mit der BaFin sondiert er seit einigen Wochen die Bereitschaft der Aufseher, dem Deal zuzustimmen.

Der Investor will sich von dem erneuten Rückschlag nicht entmutigen lassen, wie es im Umfeld von RHJ heißt. „Der Prozess geht weiter", sagte ein Insider. Eine weitere mit den Gesprächen vertraute Person betonte, die Pläne seien damit nicht gestorben. Die Differenzen seien nicht unüberbrückbar. RHJ und Deutsche Bank äußerten sich nicht.

RHJ gehört bereits das Institut Kleinwort Benson. Damit will Fischer die BHF mit ihren 1500 Mitarbeitern zusammenführen - die Co-Investoren sollen sich dann an dem gemeinsamen Bankkonzern beteiligen. Der Verkauf der BHF-Bank zieht sich seit Jahren hin. zunächst sollte sie an die liechtensteinische Fürstenbank LGT gehen.

Doch das war 2011 am Veto der Aufsicht gescheitert. Seither hat das größte deutsche Geldhaus die Tochter umstrukturiert und die Kosten heruntergefahren. Finanzkreisen zufolge schrieb die BHF, die der Deutschen Bank mit dem Kauf von Sal. Oppenheim zugefallen ist, in den ersten Monaten des Jahres schwarze Zahlen.

Ein Verbleib im Deutsche-Bank-Konzern sei mittlerweile kein großes Problem mehr, sagte ein Insider. Dazu käme es wohl, wenn die BaFin endgültig ihr Veto einlegt. Denn ein anderer Käufer für die BHF ist nicht in Sicht.

Von

rtr

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