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18.01.2005

08:40 Uhr

Aufsichtsbehörden bescheinigen der Branche Solidität – Kein Risiko für das Weltfinanzsystem

Gutes Zeugnis für Rückversicherer

VonCaspar Dohmen (Klaus Engelen)

Finanzaufseher attestieren der Rückversicherungsbranche eine gute Verfassung. Damit erweisen sich die Ängste über vermutete Systemrisiken der Rückversicherer für das Weltfinanzsystem als unbegründet. Ganz im Gegenteil – die Branche ist trotz gestiegener Schadensaufwendungen heute in einer besseren Situation als noch vor drei Jahren.

BERLIN/DÜSSELDORF. Dies sind die Ergebnisse des ersten Berichts über den globalen Markt der Rückversicherer, den die Vereinigung der Aufsichtsbehörden, die International Association of Insurance Supervisors (IAIS) veröffentlicht hat. Positiv hätten sich die Kapitalmaßnahmen der Rückversicherer ausgewirkt. Selbst den Schadensrekord des Jahres 2004 habe die Branche gut weggesteckt.

Die Rückversicherer übernehmen einen Teil der Risiken von den Erstversicherern. So werden die Risiken breiter zwischen Unternehmen und Regionen gestreut. Seit der Sitzung des Forums für Finanzstabilität (FSF) im September 2002 war die Rückversicherungsbranche intensiv beobachtet worden. Aufseher und Politiker waren damals beunruhigt. „Uns macht der Mangel an Transparenz in der Rückversicherungsindustrie Sorge“, brachte der deutsche Finanzstaatssekretär Cajo Koch-Weser die Einschätzung damals auf den Punkt. Unklar sei, ob die Rückversicherer neben den Katastrophen auch mit den übernommenen Kreditrisiken auf dem zunehmend volatileren Finanzmarkt fertig werden könnten, sagte er.

Diese Befürchtungen widerlegen die Versicherungsaufseher in ihrem Bericht nun. Anders als befürchtet seien sie beispielsweise nur in geringem Umfang bei Credit Risk Transfers (CRT) engagiert. Durch dieses Engagement könne die Finanzkraft der Rückversicherer nicht in Mitleidenschaft gezogen werden, heißt es. Damit wiedersprechen die Aufseher früheren Einschätzungen der Ratingagentur Fitch, die im Portfolio der Rückversicherer hohe Risiken durch CRTs vermutet hatte.

Die Auswertung der Rückversicherungsdaten durch die Aufsicht ergab zudem, dass derivative Instrumente im Wesentlichen zu Absicherungs- und keinesfalls zu Spekulationszwecken von den Unternehmen genutzt werde. Zudem sehen die Finanzaufseher keine beunruhigende Konzentration durch so genannte Counterparty-Risiken.

„Der Report legt dar, warum die ursprünglich geäußerten Bedenken, dass Rückversicherung ein systemisches Risiko für die Finanzmärkte darstellt, in dieser Art unbegründet ist“, sagt Versicherungsmathematiker Hans Peter Boller, Mitglied der International Actuarial Association. Gleichfalls äußert sich der Chefvolkswirt der Swiss Re, Thomas Hess.

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