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26.01.2006

16:26 Uhr

Aus der Bank zum Schönheitschirurg

Satte Boni vertreiben den Januar-Blues

Für manche Berufsgruppe in London brechen goldene Zeiten an. An erster Stelle stehen einige tausend Investmentbanker - sie bekommen in diesen Tagen mitgeteilt, wie hoch ihre Jahresprämie für 2005 ausfallen wird. Von dem Geldsegen profitieren auch Auto- und Immobilienverkäufer - und Schönheitschirurgen.

HB LONDON. Die Bonus-Zahlungen, die es zusätzlich zum regulären Gehalt gibt, gehen bei vielen in die Millionen. Alles in allem werden über Europas wichtigstem Finanzviertel wohl mehr als 7,5 Milliarden britische Pfund (10,9 Mrd. Euro) ausgeschüttet - so viel wie noch nie.

Von dem Geldsegen profitieren auch andere. Recht schnell die Bar- und Restaurantbesitzer in der City, weil die Extra-Leistungen selbstverständlich gefeiert werden müssen. Aber mehr als alle anderen dann diverse Immobilienmakler sowie Verkäufer von Luxus-Limousinen - und neuerdings sogar Schönheitschirurgen. Nicht nur die Tageszeitung „The Guardian“ meint, dass auf diese Weise der Londoner „Januar-Blues“ etwas leichter überwunden werden kann.

Im Durchschnitt, so hat die Forschungsgruppe Centre for Economics and Business Research (CEBR) errechnet, werden auf jeden City-Banker 23 000 Pfund extra niedergehen. Im Vergleich zu den Bonus-Zahlungen des Vorjahres bedeutet dies ein Plus um 16 Prozent. Spannender sind aber zwei andere Zahlen aus derselben Studie: Mehr als 3 000 Banker können mit einer Prämie von mehr als einer Million Pfund rechnen, und im Vergleich zum bisherigen Boom-Jahr 2000 gibt es insgesamt zwei Milliarden Pfund mehr.

Die Gründe dafür sind schnell erzählt. Die großen Investmentbanken wie Goldman Sachs, Morgan Stanley oder JP Morgan haben im vergangenen Jahr in London bei Firmenübernahmen oder Börsengängen verdient wie nie zuvor. Der britische Börsenindex FTSE ging um mehr als 15 Prozent in die Höhe, der weltweite Anstieg der Energiepreise belebte ebenfalls das Geschäft.

Auch bei den Neueinstellungen machte sich das bemerkbar. Heute sind in der City rund 325 500 Leute beschäftigt - erstmals mehr als im Boom-Jahr 2000.

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