Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

29.10.2012

19:09 Uhr

Ausgelagerte Kredite

60 Milliarden Euro für die spanische Bad Bank

Bis Ende November will Spanien eine gigantische Abwicklungsanstalt auf die Beine stellen, die vor allem Immobilienkredite aufnehmen soll. Auf Hypotheken müssen die Banken große Abschläge hinnehmen.

Spaniens stellvertretender Notenbank-Gouverneur Fernando Restoy gab erste Details der Bad Bank bekannt. AFP

Spaniens stellvertretender Notenbank-Gouverneur Fernando Restoy gab erste Details der Bad Bank bekannt.

MadridSpanien will Kredite im Volumen von bis zu 60 Milliarden Euro in seine gigantische Abwicklungsbank stecken. Die "Bad Bank", die vor allem Immobilienkredite aus dem beinahe zusammengebrochenen Häusermarkt des Landes aufnehmen wird, soll Ende November an den Start gehen, wie die spanische Notenbank am Montag mitteilte. Sie ist eine Voraussetzung dafür, dass Spanien für seine nach dem Platzen der Immobilien-Blase angeschlagenen Banken bis zu 100 Milliarden Euro von der Europäischen Union (EU) erhält. Spätestens Anfang Dezember sollen die ersten EU-Mittel fließen.

Durch die "Bad Bank" soll der Kapitalbedarf der Institute, der in einem Stresstest im September auf insgesamt 60 Milliarden Euro veranschlagt worden war, um fünf bis sechs Milliarden Euro sinken. Mit dem zusätzlichen Kapital sollen sich die Institute für die Rezession wappnen. Betroffen sind vor allem Sparkassen und andere regionale Institute. Als größtes Sorgenkind gilt die fusionierte, börsennotierte Sparkasse Bankia. Einige Branchenriesen wie Santander können die Krise dagegen aus eigener Kraft bewältigen.

Als erstes sollen Vermögenswerte vom Staat geretteter Banken im Umfang von 45 Milliarden Euro auf das Abwicklungs-Institut übertragen werden. Ausgelegt ist es auf 90 Milliarden Euro. Die Bad Bank hat mehr Zeit als eine Geschäftsbank, die Kredite weiterzureichen. "Die Strategie des Vermögensverwalters zielt auf mittelfristige Erträge ab - und wir glauben, diese Erträge werden beträchtlich sein", erklärte der stellvertretende Notenbank-Gouverneur Fernando Restoy auf einer Pressekonferenz. Die Bad Bank könne selbst nach konservativen Berechnungen auf eine Eigenkapitalrendite von 14 bis 15 Prozent kommen.

Das sind die größten Banken Europas

Platz 9

Barclays (Großbritannien) - Marktkapitalisierung (2011): 36,1 Milliarden Euro

Platz 9

Deutsche Bank (Deutschland) - Marktkapitalisierung (2011): 36,1 Milliarden Euro

Platz 8

Royal Bank of Scotland (Großbritannien) - Marktkapitalisierung (2011): 36,6 Milliarden Euro

Platz 7

UBS (Schweiz) - Marktkapitalisierung (2011): 41,3 Milliarden Euro

Platz 6

BNP Paribas (Frankreich) - Marktkapitalisierung (2011): 45,4 Milliarden Euro

Platz 5

Standard Chartered (Großbritannien) - Marktkapitalisierung (2011): 45,5 Milliarden Euro

Platz 4

Allied Irish Banks (Irland) - Marktkapitalisierung (2011): 48,8 Milliarden Euro

Platz 3

Banco Santander (Spanien) - Marktkapitalisierung (2011): 54,3 Milliarden Euro

Platz 2

Sberbank (Russland) - Marktkapitalisierung (2011): 55,9 Milliarden Euro

Platz 1

HSBC Holdings (Großbritannien) - Marktkapitalisierung (2011): 120,8 Milliarden Euro

Wenn die Banken die Kredite und andere faule Papiere an die Bad Bank loswerden wollen, müssen sie vorab Abschläge zwischen 32,4 Prozent (Kredite für fertiggestellte Projekte) und 79,5 Prozent (Kredite für unerschlossenes Land) hinnehmen. Im Schnitt übernimmt die Bad Bank Immobilienkredite zu 54 Prozent ihres Nominalvolumens, Kredite für zwangsversteigerte Objekte zu 37 Prozent. Die Abschläge decken sich mit den Preiserwartungen im Negativ-Szenario des jüngsten Banken-Stresstests.

Von

rtr

Kommentare (5)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

29.10.2012, 20:00 Uhr

"Spanien will Kredite im Volumen von bis zu 60 Milliarden Euro in seine gigantische Abwicklungsbank stecken. Die "Bad Bank", die vor allem Immobilienkredite aus dem beinahe zusammengebrochenen Häusermarkt des Landes aufnehmen wird."

Leute, der zusammengebrochene Häusermarkt wäre nur halb so schlimm, wenn ihr nicht jeden aus seiner überteuerten Immobilie rausgeschmissen hättet. Hättet ihr die Menschen bei einer 50%igen Absenkung der monatlichen Belastung in ihren Häusern gelassen, ginge es euch heute besser. Okay, auf dem Papier habt ihr Recht. Aber nun habt ihr haufenweise leerstehende Immobilien, die auch niemand kaufen will oder kann und die rotten langsam aber sicher vor sich hin.

Das nenne ich loose-loose Situation.

mwaj@arcor.de

29.10.2012, 20:11 Uhr

Ähm..die Meldung ist vom letzem Freitag ..oder sogar Donnerstag. Naja hauptsache Sie kommt. Iwann wird das HB ein guter Kontraindikator im stile der Bildzeitung bei dem tempo.

athene

29.10.2012, 20:39 Uhr

Eigentlich haben Sie Recht: wo war bei dem Ganzen AMerkel? Die Frau ist doch sonst so steuerungs-machtgeil... und die Verkörperung von DDR 2.0 ist sie auch. Eigentlich hätte Angi das so steuern müssen - dass alle gleich gestellt gut da stehen. Angi am Untergang - aber: bei den Deutschen hoch beliebt.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×