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18.01.2012

14:28 Uhr

Ausgleich für Staatshilfe

Eigner der HSH Nordbank beschließen Kapitalerhöhung

Die Eigner der HSH Nordbank haben die von der EU-Kommission verlangte Kapitalerhöhung beschlossen. Das Grundkapital soll um 500 Millionen erhöht werden. Die Maßnahme ist ein Ausgleich für die erhaltene Staatshilfe.

Die Eigner der HSH Nordbank haben eine Kapitalerhöhung beschlossen. dpa

Die Eigner der HSH Nordbank haben eine Kapitalerhöhung beschlossen.

HamburgDie Eigner der HSH Nordbank haben die von der EU-Kommission als Ausgleich für die erhaltene Staatshilfe verlangte Kapitalerhöhung beschlossen. Die Mehrheit der Anteilseigner, darunter als größte die beiden Bundesländer Hamburg und Schleswig-Holstein, stimmte nach Angaben der Bank am Mittwoch einer Erhöhung des Grundkapitals um 500 Millionen Euro zu. Als einziger gegen die Aufstockung stimmte den Angaben zufolge der US-Investor Christopher Flowers. Der Bezugspreis einer neuen Stammaktie wurde auf 13,05 Euro festgelegt. Damit liegt er deutlich unter dem bei der vorangegangenen Kapitalerhöhung im Jahr 2009. Damals hatte die Aktie noch 19 Euro gekostet.

Die beiden Länder hatten die skandalgeschüttelte Landesbank im Frühjahr 2009 mit Milliardenhilfen vor dem Aus gerettet und hielten seither gut 83 Prozent an dem Institut. Im Gegenzug zur Genehmigung des Rettungsschirms hatte die EU-Kommission Vorgaben gemacht, die auf eine Anteilserhöhung der beiden Länder hinauslaufen. Sie verlangte eine Sonderausschüttung der HSH Nordbank an die beiden Länder von 500 Millionen Euro. Die gleiche Summe sollten sie der Bank über eine Kapitalerhöhung wieder zuführen. Dadurch sollen Vorteile ausgeglichen werden, die die schleswig-holsteinischen Sparkassen und der US-Investor Christopher Flowers als Minderheitsaktionäre hatten, weil die Bank auf Staatskosten gerettet wurde.

Sparkassen stimmen zähneknirschend zu

Den Minderheitsaktionären wurde ein Bezugsrecht eingeräumt, um eine Verwässerung ihrer Anteile zu verhindern. Sollten sie davon nicht Gebrauch machen, steigt der Anteil von Hamburg und Schleswig-Holstein auf 85,4 Prozent. Insider rechnen nicht damit, dass die Minderheitseigner mitziehen. Für diesen Fall würde nach HSH-Angaben der Flowers zugerechnete Anteil auf 9,3 (bisher 10,7) Prozent und die Beteiligung der Sparkassen auf 5,3 (6,1) Prozent schrumpfen. Flowers selbst hält laut HSH noch knapp ein Prozent. Der Rest des ihm zugerechneten Pakets wird von Insolvenzverwaltern der Fonds betreut, die einst über Flowers bei der Landesbank eingestiegenen waren. Diese hätten sich enthalten, sagte ein HSH-Nordbank-Sprecher. Flowers selbst war nicht zu erreichen.

Die Sparkassen rechnen eigenen Angaben zufolge damit, dass sie ihre Beteiligung um 75 Millionen Euro abschreiben müssen. Diese Last verteile sich je nach Größe auf alle 14 Sparkassen in Schleswig-Holstein. Ein Verbandssprecher sagte, auch jene Sparkassen könnten diese Belastung wegstecken, die zuletzt saniert und unterstützt worden seien.

In der Hochphase der HSH-Krise vor fast drei Jahren hatten die Sparkassen ihre Beteiligung an der Landesbank um 370 Millionen Euro nach unten korrigieren müssen. Davon schulterte der Sparkassenverband 220 Millionen durch die Hebung stiller Reserven und Rücklagen.

Von

rtr

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