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12.01.2004

08:16 Uhr

Ausländer können sich den Sammelverfahren gegen Parmalat in den Vereinigten Staaten anschließen

US-Klagen nützen Anlegern in Europa

VonGertrud A. Hussla (Handelsblatt)

Anleger, die sich nach den jüngsten Pleiten und Pannen großer Konzerne geprellt fühlen, haben in den kommenden Monaten mehrfach die Chance, einen Teil ihrer Investments wieder einzufordern.

DÜSSELDORF.Eine Reihe von US-Klagen nach dem Zusammenbruch des Lebensmittelkonzerns Parmalat dürfte auch europäischen Anlegern rechtliche Ansprüche auf Schadensersatz eröffnen. Gleichzeitig müssen vom Kursverfall der Deutschen Telekom geschädigte Investoren in den kommenden Wochen entscheiden, ob sie Klage einreichen, nachdem ein Schiedsverfahren zwischen Anleger-Schützern und Vertretern des Konzerns gescheitert ist. Im bereits zu Gunsten der Anleger entschiedenen Fall des US-Telekom-Ausrüsters Lucent können Anleger ihre Ansprüche noch bis zum 31. März anmelden.

„Zu tun gibt es derzeit genug“, meint der auf Sammelklagen spezialisierte Anwalt der Münchner Kanzlei Rotter, Bernd Jochem. In Zusammenarbeit mit einer New Yorker Partner-Kanzlei bereitet sein Haus eine weitere Klage gegen Parmalat vor, nachdem die New Yorker Kanzlei Milberg Weiss bereits die erste Sammelklage im Auftrag des Pensionsfonds Southern Alaska Carpenters eingereicht hat. Europäischen Anlegern eröffne sich im Fall Parmalat eine doppelte Chance, einen Teil ihres verlorenen Geldes wiederzubekommen, meint Rechtsexperte Marc Tüngler von der Anleger-Schutzgemeinschaft DSW.

Zum einen können sie sich an bestehende Sammelklagen anhängen. Zum zweiten könnten sie auch von einer Klage der US-Wertpapieraufsicht SEC gegen Parmalat profitieren. Parmalat habe unter Vortäuschung falscher Tatsachen Bonds aufgelegt, argumentieren die Aufseher. Nach der neuen Rechtslage des Sarbanes Oxley Acts kann die SEC eingestrichene Strafzahlungen einem Fonds für geschädigte Anleger gutschreiben. Zunächst klagte die SEC auf eine Betrugssumme von 100 Mill. Euro; diese Summe dürfte aber auf 1,5 Mrd. Euro ausgeweitet werden, berichtet Bloomberg.

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