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25.03.2014

17:56 Uhr

Aussagen im Kirch-Prozess

Neue Durchsuchung bei Deutscher Bank

Zu Fitschen, Ackermann und Breuer gesellen sich weitere Beschuldigte. Neben Rechtsanwälten der Deutschen Bank wird nun auch gegen einen aktuellen Vorstand des Instituts ermittelt. Die Zwillingstürme wurden durchsucht.

Die Zwillingstürme der Deutschen Bank in Frankfurt: Das Geldhaus wird ein weiteres Mal durchsucht, wieder geht es um Aussagen im Kirch-Prozess. Reuters

Die Zwillingstürme der Deutschen Bank in Frankfurt: Das Geldhaus wird ein weiteres Mal durchsucht, wieder geht es um Aussagen im Kirch-Prozess.

FrankfurtErneute Razzia bei der Deutschen Bank: Wegen mutmaßlichen Betrugs im Kirch-Schadenersatzprozess durchsuchte die Staatsanwaltschaft am Dienstag ein weiteres Mal die Konzernzentrale der Bank in Frankfurt. Während Deutschlands größtes Geldinstitut den Streit mit den Kirch-Erben über die Schuld an der Pleite der Mediengruppe mittlerweile beigelegt hat, ziehen die Ermittlungen wegen möglicher Lügen in dem Münchner Gerichtsverfahren immer weitere Kreise.

Im Visier der Strafverfolger stehen neben Co-Chef Jürgen Fitschen und ehemaligen Vorständen nun auch weitere Mitarbeiter und Anwälte der Bank, wie die Staatsanwaltschaft München bestätigte.

Am Dienstagnachmittag wurde bekannt, dass auch gegen Deutsche-Bank-Vorstand Stephan Leithner ermittelt. Das bestätigte ein Sprecher der Behörde auf Nachfrage. Leithner selbst hat in dem Verfahren nicht als Zeuge ausgesagt. Die Ermittler prüfen aber, inwieweit Leithner und andere Mitarbeiter sowie Anwälte der Bank die Aussagen der anderen Vorstände mit vorbereitet haben. Der Vorwurf lautet wie bei den übrigen Beschuldigten auf versuchten Prozessbetrug.

Am Dienstag hatten Ermittler nicht nur die Zwillingstürme der Bank im Frankfurter Westend, sondern nach Behördenangaben auch die Wohnung eines Beschuldigten in Hessen durchsucht. Die Strafverfolger hatten wegen des Betrugsverdachts bereits im Dezember 2012 bei der Deutschen Bank in Frankfurt umfangreiche Akten sichergestellt. In der vergangenen Woche wurden nun auch zwei Anwaltskanzleien unter die Lupe genommen, die die Bank im Kirch-Prozess vertreten hatten. Die Kanzleien Hengeler Mueller in Frankfurt und Gleiss Lutz in München bestätigten die Durchsuchungen.

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Die Staatsanwaltschaft verdächtigt Manager und Anwälte der Bank, dem Gericht die Unwahrheit aufgetischt zu haben, um Schadenersatzansprüche der Kirch-Seite abzublocken. Die Banker und ihre Juristen sollen sich in dem Verfahren um eine Mitschuld der Deutschen Bank an der Kirch-Pleite abgesprochen haben. Verfahrensbeteiligten zufolge ging es um die Frage, ob die Deutsche Bank ein Interesse an einem Zusammenbruch der Kirch-Gruppe hatte, um an einem Mandat für deren Zerschlagung zu verdienen.

Die Bank bestritt entsprechende Behauptungen der Kirch-Seite vor Gericht und später stets. Das Oberlandesgericht München hatte der Bank in einem Urteil eine Mitverantwortung für den Zusammenbruch zugewiesen. Bevor es zu einem weiteren Urteil über die Schadenshöhe kam, legten beide Seiten den Streit außergerichtlich bei: Die Bank zahlte den Kirch-Nachfolgern 775 Millionen Euro zuzüglich Zinsen.

Kommentare (1)

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25.03.2014, 15:31 Uhr

Zahlen die Aufwände wenigstens die Bankmanager oder wieder nur der Kunde?????

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