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18.10.2015

19:26 Uhr

Außerordentliche Aufsichtsratssitzung

Wie die Deutsche Bank umbaut

Neue Sparten, neue Führungsgremien – das größte deutsche Finanzinstitut baut gründlich um. Der Aufsichtsrat verfolgt dabei einen Leitgedanken. Welche Manager gehen, welche kommen und wer den Posten wechselt.

Die Deutsche Bank baut radikal um. AFP

Hinter dieser Fassade passiert gerade einiges

Die Deutsche Bank baut radikal um.

Mit einem grundlegenden Konzernumbau will der neue Co-Chef John Cryan die Deutsche Bank wieder auf Kurs bringen. Die Sparten werden neu zugeschnitten, die Führungsgremien neu geordnet, wie das größte deutsche Finanzinstitut am Sonntag nach einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung in Frankfurt mitteilte. Im Mittelpunkt des Umbaus steht das Investmentbanking, das völlig neu geordnet wird. In der Führungsetage kommt es zu zahlreichen Personalrochaden, drei Manager scheiden aus dem Vorstand aus.

„Wir wollen eine besser kontrollierte, kosteneffizientere und stärker fokussierte Bank schaffen“, erklärte Cryan. „Die neue Struktur und das neue Management-Team sind von entscheidender Bedeutung, um dies zu erreichen.“ Aufsichtsratschef Paul Achleitner sagte, eine derartig grundlegende Reorganisation habe es selten zuvor in der Geschichte der Deutschen Bank gegeben. „Das geht nicht ohne Härten einher.“

Der seit Juli amtierende neue Co-Chef Cryan hatte einen Umbau bereits angekündigt. Der ehemalige UBS-Finanzchef hatte zum 1. Juli Anshu Jain an der Führungsspitze der Bank abgelöst. Der zweite Co-Chef, Jürgen Fitschen, bleibt noch bis zur Hauptversammlung im Mai 2016 im Amt, ehe der Brite allein das Ruder übernimmt. Cryan hatte zu seinem Amtsantritt verkündet, es gehe darum, „eine bessere Deutsche Bank zu schaffen“. Zahlreiche Skandale hatten den Ruf der Bank beschädigt, dazu gehören Zinsmanipulationen und fragwürdige Hypothekengeschäfte. Das Institut hat riesige Altlasten.

Deutsche-Bank-Co-Chef John Cryan: „Tut mir leid, wir haben kein Foto für Sie!“

Deutsche-Bank-Co-Chef John Cryan

„Tut mir leid, wir haben kein Foto für Sie!“

Der starke Mann der Deutschen Bank gibt sich uneitel und macht sich in der Öffentlichkeit rar: Es gibt keine aktuellen Fotos von ihm. Redakteure treibt das in den Wahnsinn – nur ein Fotograf kann sein Glück kaum fassen.

Leitgedanke des Aufsichtsrats beim Umbau ist es nach Konzernangaben, die „Komplexität im Management“ zu verringern und damit den Kundenbedürfnissen sowie den Anforderungen der Aufsichtsbehörden besser gerecht zu werden.

Im Mittelpunkt des Umbaus steht das Investmentbanking, das aufgespalten wird. Der bisherige Unternehmensbereich Corporate Banking & Securities wird demnach in zwei Bereiche aufgeteilt. Weitere Veränderungen betreffen etwa die Vermögensverwaltung.

Durch den Konzernumbau kommt es zu weitreichenden Veränderungen in der Führungsstruktur. Der erweiterte Vorstand, das Group Executive Committee, werde ebenso aufgelöst wie zehn der derzeit 16 Vorstandsausschüsse, hieß es.

Personalvorstand Stephan Leithner verlässt die Bank. Der Co-Chef des Investmentbankings, Colin Fan, legt sein Amt nieder - wie auch das langjährige Vorstandsmitglied Stefan Krause, bislang zuständig für die Abwicklungssparte und internationalen Zahlungsverkehrs. Auch der Chef der Vermögensverwaltung, Michele Faissola, geht. Der bisher für Digitales zuständiges Henry Ritchotte verlässt den Vorstand zum Jahresende und soll für die Deutsche Bank eine neue Digitalbank aufbauen.

Daneben gibt es zahlreiche weitere Personalrochaden im Top-Management. Neues Vorstandsmitglied zum 1. Januar 2016 wird Jeff Urwin, bislang mit Fan Co-Chef im Investmentbanking. Neuer Personalchef wird der Manager Karl von Rohr, der künftig auch den Rechtsbereich betreut. Cryan selbst übernimmt die Verantwortung für die Restrukturierungseinheit der Bank.

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