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07.11.2013

16:56 Uhr

Ausspäh-Affäre

Deutsche Unternehmen fürchten Industriespionage

Nach den Enthüllungen von Edward Snowden fürchtet nicht nur Angela Merkel um ihre Daten: Jeder vierte Betrieb in Deutschland schätzt das Risiko der Industriespionage nun höher ein. Viele wollen ihr IT-System prüfen.

Umfrage: Nach Einschätzung des PwC-Experten Steffen Salvenmoser werden die Firmen ihre Kommunikation künftig noch stärker verschlüsseln als bislang. dapd

Umfrage: Nach Einschätzung des PwC-Experten Steffen Salvenmoser werden die Firmen ihre Kommunikation künftig noch stärker verschlüsseln als bislang.

FrankfurtViele deutsche Unternehmen fürchten eine Ausspähung ihrer Firmengeheimnisse durch ausländische Geheimdienste. Nach den Veröffentlichungen zur Tätigkeit des US-Geheimdienstes NSA schätzt jeder vierte Betrieb das Risiko der Industriespionage höher ein als zuvor. Dies ergab eine Umfrage der Beratungsgesellschaft PwC, die am Donnerstag in Frankfurt veröffentlicht wurde.

Jedes dritte Unternehmen will demnach die Sicherheit seiner IT-Systeme aktuell überprüfen. 15 Prozent der Firmen erwägen sogar eine Umstellung auf europäische IT-Dienstleister, um sich vor dem Zugriff US-amerikanischer und britischer Dienste zu schützen.

Besonders skeptisch zeigten sich die befragten Manager zur Auslagerung von Firmendaten ins Internet. 54 Prozent erkannten in dem sogenannten Cloud Computing ein hohes oder sogar sehr hohes Sicherheitsrisiko für ihre Daten. Vor den NSA-Enthüllungen hatten erst 31 Prozent derartige Vorbehalte gegen diese IT-Dienstleistung. In einer Zusatzfrage bewerteten 78 Prozent die Cloud-Technologie kritisch bis sehr kritisch. Nur 2 Prozent hielten sie für unbedenklich.

Die Entwicklung der NSA-Spähaffäre in Deutschland

6.-7. Juni

„Guardian“ und „Washington Post“ berichten über das geheime Überwachungsprogramm „Prism“, mit dem der US-Geheimdienst NSA auf Serverdaten großer Internetkonzerne wie Google, Facebook oder Microsoft zugreife - und damit potenziell auch auf Daten deutscher Bürger. Quelle der Enthüllungen ist Snowden, der seitdem auf der Flucht vor der US-Justiz ist.

10.-11. Juni

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) warnt vor einer „möglichen Beeinträchtigung von Rechten deutscher Staatsangehöriger“.

19. Juni

Beim Besuch von US-Präsident Barack Obama in Berlin mahnt Merkel eine „Verhältnismäßigkeit“ der Mittel an. Obama versichert, die US-Geheimdienste würden nicht normale E-Mails „von deutschen, amerikanischen oder französischen Bürgern durchwühlen“.

30. Juni

Der „Spiegel“ berichtet, die NSA sammle in Deutschland monatlich rund 500 Millionen Daten aus Telefon- und Internetverbindungen von Bundesbürgern. Auch die EU werde gezielt ausspioniert.

7. Juli

Snowden beschuldigt den Bundesnachrichtendienst (BND) im "Spiegel", schon seit langem mit der NSA zusammenzuarbeiten.

12. Juli

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) spricht in Washington mit US-Regierungsvertretern. Oppositionspolitiker kritisieren dies als reine „Symbolpolitik“, eine Aufklärung fehle.

17. Juli

Der BND weist den Vorwurf zurück, dass die Bundeswehr seit Jahren Kenntnis von „Prism“ habe.

21. Juli

Der Verfassungsschutz räumt ein, das NSA-Schnüffelprogramm „XKeyscore“ einzusetzen - nur zu Testzwecken und in beschränktem Umfang. Das Programm soll in 30 Tagen bis zu 41 Milliarden Datensätze von Internet-Nutzern speichern können.

25. Juli

Kanzleramtschef Ronald Pofalla (CDU) weist Vorwürfe gegen deutsche Dienste im Parlamentarischen Kontrollgremium (PKG) zurück. Es seien im Zusammenhang mit einem Entführungsfall nur zwei Datensätze an die USA übermittelt worden. Union und FDP machen die frühere rot-grüne Bundesregierung dafür verantwortlich, dass nach dem 11. September 2001 die Geheimdienstzusammenarbeit mit den USA deutlich ausgeweitet wurde.

29. Juli

Der „Spiegel“ druckt ein Dokument Snowdens, wonach zwei Datensammelstellen („Sigads“) im Dezember 2012 etwa 500 Millionen Daten aus Deutschland abgegriffen hätten.

2. August

Eine Kooperationsvereinbarung von 1968 mit den britischen und US-Geheimdiensten wird außer Kraft gesetzt, wenige Tage später auch eine Vereinbarung mit Frankreich. Sie gewährte den West-Alliierten geheimdienstliche Sonderrechte zum Schutz ihrer Truppen.

3.-4. August

Der BND bestätigt, dass er Metadaten an die NSA übermittelt, personenbezogene Daten von Deutschen aber nur „im Einzelfall“. Die Kooperation diene der Auslandsaufklärung in Krisengebieten. Hinter den „Sigads“ vermutet er Datenerhebungsstellen in Bad Aibling und Afghanistan.

7. August

Laut Vize-Regierungssprecher Georg Streiter deutet vieles darauf hin, dass der BND selbst annähernd 500 Millionen Datensätze aus Deutschland an die NSA weitergab.

10. August

Der BND weist den Vorwurf zurück, mit den an die NSA übermittelten Daten Beihilfe zu gezielten Tötungen durch US-Drohnen zu leisten.

12. August

Pofalla erklärt die NSA-Affäre für beendet. Nach einer erneuten Aussage vor dem PKG hebt er mit Verweis auf schriftliche Versicherungen aus den USA und Großbritannien hervor, die Vorwürfe des flächendeckenden Ausspähens in Deutschland durch die Geheimdienste seien „vom Tisch“.

18. August

Die Bundeskanzlerin sieht im ZDF alle aufgeworfenen Fragen zur Spähaffäre als „geklärt“ an. Merkel verteidigte auch Pofalla gegen SPD-Vorwürfe der Verschleierung.

23. Oktober

Die Bundesregierung teilt mit, dass Merkels Mobiltelefon möglicherweise vom US-Geheimdienst überwacht wurde. Merkel habe in einem Telefonat mit Obama klargestellt, dass sie solche Praktiken „unmissverständlich missbilligt und als völlig inakzeptabel ansieht“.

Nach Einschätzung des PwC-Experten Steffen Salvenmoser werden die Firmen ihre Kommunikation künftig noch stärker verschlüsseln als bislang. Der Umfrage der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg zufolge sichern bereits 37 Prozent ihren E-Mail-Verkehr und 20 Prozent ihre Kommunikation via Mobilfunk ab.

An der Studie zur Wirtschaftskriminalität hatten im Sommer insgesamt 603 Unternehmen mit jeweils mehr als 500 Mitarbeitern teilgenommen. Nach den ersten Enthüllungen des früheren NSA-Mitarbeiters Edward Snowden waren im September dann noch einmal 250 dieser Firmen nachbefragt worden.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Seismograph

07.11.2013, 17:44 Uhr

Wie alles andere in der systemkonformen Presse, ist natuerlich auch dieser Artikel reine Augenwischerei!
Nicht die NSA spioniert in Deutschland, sondern die deutsche Regierung MUSS den BND und den MAD im Auftrag der Amerikaner und Briten spionieren lassen, genau so, wie es vertraglich unwiedersprochen festgelegt ist und damit ist auch mit dem zweiten Maerchen aufgeraeumt, dass die Politclowns, oder besser die deutschen Politmarinetten nichts davon wissen. Wie sollte jemand nicht wissen, der selbst die Auftraege erteilt!
Alles Verschwoerungstheorie? Leider nein, sondern sauber in vier Jahre andauernder wissenschaftlicher Untersuchung des Prof. Dr. Foschepoth so dokumentiert. Dokumentiert auf Tatsachen beruhend, die in tausenden , bisher der Geheimhaltung unterliegenden Dokumente stammen, die Dr. Foschepoth offiziell zugaenglich sind!
Die Verschwoerungstheorien verblassen unter den Fakten der Realitaet, aber sehen sie selbst auf dem Video des nachfolgenden Links!

http://www.youtube.com/watch?v=E79NARBuMS8

Demnach muss die Geschichte nach 1945 neu geschrieben werden und die ganze Luegerei, was die Ueberwachung betrifft, ist entlarft! Jagt dieses Luegenpack endlich zum Teufel, auf wartet IHR denn NOCH? Was muss noch vor euren Augen passieren?

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