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08.01.2007

07:10 Uhr

Ausstiegspläne

NRW nennt Kandidaten für West-LB-Anteil

VonFrank Drost und Peter Köhler

Die nordrhein-westfälische Regierung treibt den Ausstieg des Landes bei der West LB voran: Finanzminister Helmut Linssen will den Verkauf nach der erfolgreichen Sanierung des Instituts in Angriff nehmen - und nennt Kandidaten für die 38-Prozent-Beteiligung.

Der Eingang der Zentrale der WestLB in Düsseldorf. Foto: dpa

Der Eingang der Zentrale der WestLB in Düsseldorf. Foto: dpa

DÜSSELDORF. Linsen sagte dem Handelsblatt, er könne sich den Einstieg einer europäischen Großbank vorstellen. „Wir haben aber keine Eile. Mit der guten Performance der Bank steigt schließlich auch der Preis“. Branchenbeobachter schätzen den Wert der West LB auf sieben bis acht Milliarden Euro. Das Land hält direkt und indirekt knapp 38 Prozent an dem Institut.

Der Einstieg einer europäischen Großbank bei der WestLB würde das „Drei-Säulen-Prinzip“ der deutschen Kreditwirtschaft weiter aufweichen. Es sieht die strikte Trennung zwischen privaten Banken, dem öffentlich-rechtlichen Sparkassen- und Landesbankenlager und den Genossenschaftsbanken vor. Den Tabubruch wagten 2006 die Eigentümer der HSH Nordbank, die den US-Finanzinvestor Christopher Flowers an Bord nahmen.

Der Sparkassenverband DSGV will einen Wiederholungsfall unter allen Umständen vermeiden, um ein Auseinanderbrechen des Verbundes aus Sparkassen und Landesbanken zu verhindern. Offiziell zeigt sich der DSGV zum Linssen-Plan abwartend: „Die Tatsache, dass eine Landesregierung etwas nicht ausschließt, ist für uns kein Grund, irgendetwas einzuleiten“, sagte ein Sprecher. Die Sparkassen halten über die regionalen Sparkassenverbände im Rheinland und Westfalen-Lippe gut 50 Prozent an der WestLB, die restlichen Anteile entfallen auf das Land, das von ihr kontrollierte Förderinstitut NRW.Bank und zwei Landschaftsverbände.

Der westfälisch-lippische Sparkassenverband lehnte eine Stellungnahme zu den Plänen ab. Ein Sparkassenmanager sagte aber, man sei offen für alle Optionen. Allerdings wurde darauf verwiesen, dass die Sparkassen im Fall eines Verkaufs des Landesanteils ein Vorkaufsrecht hätten. Diese Option hatten die Sparkassen auch bei der HSH Nordbank, jedoch machten sie davon keinen Gebrauch.

Linssen agiert daher bei seinen bereits im Koalitionsvertrag von 2005 verankerten Veräußerungsplänen betont vorsichtig. Der Verkauf werde nur unter bestimmten Bedingungen erfolgen. Erstens sollte er positiv für den Finanzstandort NRW sein; zweitens werde er im Einvernehmen mit den anderen Eigentümern, vor allem den regionalen Sparkassenverbänden, erfolgen. „Drittens wäre es schön, wenn sich eine europäische Dimension ergeben würde. Ich kann mir den Einstieg einer europäischen Bank durchaus vorstellen“, so Linssen.

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