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06.04.2006

13:05 Uhr

Austausch von Produkten

WestLB bündelt Kräfte mit Mellon

VonIngo Narat

Das am vergangenen Samstag gestartete Gemeinschaftsunternehmen von Mellon Financial Corp und WestLB beginnt mit dem Austausch von Produkten.

FRANKFURT. Die neuen Visitenkarten mit dem Aufdruck „WestLB Mellon Asset Management“ sind noch nicht gedruckt. Aber Kevin Birch, Sprecher der Geschäftsführung bei der deutschen Investmentgesellschaft des neuen Joint Ventures, kann schon einen Erfolg verbuchen. „Am Freitag haben wir von einem Dax-30-Unternehmen ein Mandat für US-Aktien bekommen – ohne Mellon hätten wir das nicht geschafft“, sagt er in einem Handelsblatt-Gespräch.

Erst am vergangenen Samstag startete das Gemeinschaftsunternehmen von Mellon Financial Corp. und WestLB mit 50-prozentigem Anteil beider Seiten. Die Beteiligten wollen ihre jeweiligen Produktpaletten mit den Angeboten des Partners ergänzen sowie auf dessen Absatzmärkte zugreifen. Die WestLB bringt 40 Mrd. Euro in das Joint Venture ein, davon 30 Mrd. Euro durch ihre deutsche Kapitalanlagegesellschaft. Die Fondsfirma Mellon, die unter ihrem Dach ein Dutzend Anlagehäuser mit speziellen Ansätzen bündelt, ist weltweit ausgerichtet und mit umgerechnet 650 Mrd. Euro Gesamtvermögen ein Schwergewicht. Sie ist seit sechs Jahren in Deutschland mit einer Niederlassung vertreten.

Dennoch ist „Mellon über viele Jahre hier zu Lande nicht vorangekommen“, urteilt Uwe Rieken, Geschäftsführer des Beratungsunternehmens Faros Consulting. Von „mäßigem Erfolg“ spricht Birch. Auch Mellons Deutschland-Chef Michael Geier räumt ein: „Wir haben bisher nur drei Mandate bekommen, das institutionelle Geschäft ist erst spät angesprungen.“ Letzter Erfolg sei die Übernahme des Managements von 250 Mill. Euro an internationalen Aktien für einen Postbank-Fonds.

In Zukunft dürfte sich Mellon mit seinem Know-how etwa in den Bereichen britische Aktien, asiatische Werte, internationale Aktien und globale Anleihen leichter tun. Geiers Ziel: „Wir wollen über die WestLB stärker an die institutionellen Kunden heran, und das ist leichter, wenn die Beziehungen schon existieren.“ Ron O’Hanley, Vice Chairman von Mellon Financial, glaubt: „Was wir mit der WestLB erreichen, das hätte im Alleingang einige Jahre gebraucht.“ Rieken urteilt ganz ähnlich: „Der Vertrieb ist für ausländische Manager meistens das Nadelöhr, und deshalb werden wir von solchen Kooperationen noch mehr sehen.“ Welchen Preis allerdings Mellon für den Zugang zum WestLB-Vertriebsnetz und damit zu den Sparkassen als institutionelle Investoren zahlt, darüber wird Stillschweigen bewahrt.

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