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21.01.2011

12:32 Uhr

Australien

Milliardenkosten der Flut treiben Prämien hoch

VonThomas Schmitt

Die gewaltigen Überflutungen in Australien werden die Preise für Katastrophenversicherungen in die Höhe treiben. Davon gehen der drittgrößte Rückversicherer, die Hannover Rück, sowie Analysten in Australien aus. Inzwischen schätzen Ökonomen die wirtschaftlichen Kosten der Überflutungen auf rund 30 Milliarden Dollar.

Viel Wasser in Australien: Auch die Rückversicherer leiden darunter. Quelle: dpa

Viel Wasser in Australien: Auch die Rückversicherer leiden darunter.

FRANKFURT. Nun sind auch die Schätzungen für die mögliche Belastung der Versicherer hochgeschossen. Einige Analysten glauben inzwischen, dass die Versicherer womöglich sechs Milliarden Dollar an Flutgeschädigte zahlen müssen.

Allein auf die Katastrophenspezialisten, die Rückversicherer, könnten mehr als 3,5 Milliarden Euro entfallen, schätzen die Analysten von JP Morgan. Alle diese Zahlen sind jedoch vorläufig und entsprechend unsicher, weil noch niemand genau die exakten Flutkosten überblicken kann. Darauf verweisen auch die großen Rückversicherer Munich Re, Hannover Rück und Swiss Re. Sie halten sich daher mit Aussagen über die Belastungen für ihre Unternehmen noch zurück, wie eine Anfrage des Handelsblatt ergab. Hannover Rück und Munich Re dürften sich dazu jedoch im Rahmen der Quartalsberichterstattung Anfang Februar äußern.

Klar ist inzwischen jedoch, dass die Überflutung in Australien das bisher gekannte Ausmaß bei Weitem überschreitet. Die bisherigen Erfahrungen, die immer Maßstab für aktuelle Schadenschätzungen sind, sind daher nur bedingt brauchbar. In der Vergangenheit zahlte die Versicherungsbranche für Überflutungen in Australien höchstens bis zu einer Milliarde Dollar. Inzwischen urteilt die australische Regierung: "Es sieht so aus, als die Flut wirtschaftlich betrachtet das größte Naturdesaster unserer Geschichte wird", sagt der stellvertretende Premierminister Wayne Swan.

Das ist Wasser auf die Mühlen der Analysten. Die Analysten von Barclays tippen bereits auf versicherte Verlusten von mehr als sechs Milliarden Dollar. Das könnte nicht nur die Gewinne der großen drei Rückversicherer aus Europa, sondern auch die Ergebnisse der Katastrophenspezialisten auf Bermuda schmälern, warnt Barclays Capital. Das sind auch im weltweiten Maßstab gewaltige Zahlen für die Katastrophenspezialisten der Branche. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr zahlte die Versicherungswirtschaft rund 37 Milliarden Dollar für Katastrophen, wie Munich Re und Swiss Re errechneten.

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