Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

11.01.2010

06:00 Uhr

Autoversicherungen

Allianz greift auf dem amerikanischen Markt an

VonRolf Benders

Die Allianz will auf dem US-Markt die Probleme der Konkurrenz in der Krise nutzen. Erstmals hat der Konzern in der größten Volkswirtschaft der Welt Versicherungen für Autos und Immobilien unter dem eigenen Namen eingeführt und geht damit in den Massenmarkt.

Die Allianz stößt auf den US-Markt. Quelle: dpa

Die Allianz stößt auf den US-Markt.

NEW YORK. Bislang verkauft der Münchener Konzern Auto- und Immobilienversicherungen in den USA nur unter der Marke der Tochter Fireman's Fund Versicherungen und wendet sich dabei an sehr wohlhabende Kunden. „Der Zeitpunkt für einen Eintritt in den breiten Markt ist gut. Während des Konjunkturabschwungs neigen Konkurrenten dazu, sich zurückzuhalten und in Deckung zu gehen, was ich für einen Fehler halte. Wir sehen in der Krise eine Chance“, sagt Michael LaRocco, Chef von Fireman's Fund dem Handelsblatt. Akquisitionen seien allerdings nicht geplant, es gehe um organisches Wachstum.

Der Markt in den USA ist aus verschiedenen Gründen im Umbruch. So konnte AIG, der ehemals größte Versicherer der Welt, 2008 den Kollaps nur durch Verstaatlichung abwenden. Das Autogeschäft musste an Zürich Financial verkauft werden und das Immobilienversicherungsgeschäft leidet wie der Rest des Konzerns unter Imageproblemen. Die Konkurrenz wirbt Kunden und Mitarbeiter ab. Außerdem haben einige Bundesstaaten, bei denen die Versicherungsaufsicht liegt, neue Regeln eingeführt, die neuen Anbietern in die Hände spielen. „Einige Bundesstaaten machen gerade erst eine Autoversicherung zur Pflicht. Andere haben die Regulierung gelockert, das macht den Markteintritt neuer Wettbewerber etwas einfacher“, sagt Michael Barry von der Versicherungsberatung Insurance Information Institut. Trotzdem werde es für die Allianz kein Spaziergang. „Der Wettbewerb ist nach wie vor hart. Viele versuchen von den Veränderungen zu profitieren“, sagt Barry.

Die Produkteinführung ist Teil des Versuchs der Allianz, den schwierigen US-Markt endlich besser für sich zu erschließen. Es sei schwer, zufriedenstellende Wachstumsraten zu erzielen, wenn man kein bedeutender Spieler auf dem US-Markt ist, lautet seit langem die Ansage von Konzernchef Michael Diekmann. Um dem Rechnung zu tragen, gibt es seit Anfang dieses Jahres mit dem gebürtigen US-Amerikaner Jay Ralph erstmals auch einen Konzernvorstand mit Zuständigkeit für die größte Volkswirtschaft der Welt. Er soll dafür sorgen, dass die vielfältigen Aktivitäten des Konzern, zu denen auch der Vermögensverwalter Pimco oder die Lebensversicherungstochter Allianz Life gehören, besser zusammenarbeiten.

Als Basis für ihre Expansionspläne nutzt die Allianz ihre 1991 erworbene US-Tochter Fireman's Fund. Das 1863 gegründete Unternehmen ist derzeit ein Nischenplayer mit einem Marktanteil von kaum einem Prozent. Es wendet sich an wohlhabende Kunden mit einem Immobilienbesitz von mehr als einer Mio. Dollar.

Die bisherige Kundengruppe soll weiter unter dem angestammten Namen angesprochen werden, während die Marke Allianz auf den Massenmarkt zielt. Damit die US-Tochter Produkte für das neue Kundensegment anbieten kann, investierte die Allianz 100 Mio. Dollar unter anderem in IT-Infrastruktur. Außerdem wurde eine Reihe von Experten bei der Konkurrenz abgeworben.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×