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10.04.2014

16:14 Uhr

Bad Bank

EAA will WestImmo noch 2014 verkaufen

Nach einer Belebung des Marktes für Banken soll die WestImmo noch in diesem Jahr verkauft werden. Noch im ersten Halbjahr soll intensiv um Investoren geworben werden. Als ein Interessent gilt der Finanzinvestor Apollo.

Die EAA plant einen zügigen Verkauf des Immobilienfinanzierers WestImmo. dpa

Die EAA plant einen zügigen Verkauf des Immobilienfinanzierers WestImmo.

DüsseldorfDie Bad Bank der ehemaligen WestLB, die Erste Abwicklungsanstalt (EAA), will den Immobilienfinanzierer WestImmo noch in diesem Jahr verkaufen. Der Markt für Banken belebe sich, die EAA wolle deshalb die Privatisierung der WestImmo angehen, sagte EAA-Vorstandssprecher Matthias Wargers am Donnerstag in Düsseldorf. „Wir hoffen dabei auf Klarheit bis Ende des Jahres“, sagte Wargers. Noch im ersten Halbjahr wolle die EAA die Werbetrommel bei Investoren rühren.

Die aus der Erbmasse der WestLB stammende WestImmo habe sich unter dem Dach der EAA gut entwickelt, habe eine „sehr saubere Bilanz“ und 2013 ein „gutes Ergebnis“ ausgewiesen. Die EAA habe einige WestImmo-Aktivitäten etwa in Japan selbst übernommen und sie rein auf das Pfandbriefgeschäft ausgerichtet. Für die WestImmo arbeiten den Angaben zufolge rund 280 Menschen, die Bilanzsumme liegt bei rund zehn Milliarden Euro.

So wurde die WestLB zerschlagen

Zerschlagung

Die WestLB ist seit dem 30. Juni 2012 Geschichte. Das Geldhaus, das auf die 1832 in Münster gegründete Westfälische Provinzial-Hülfskasse zurückgeht, wurde in drei Teile zerschlagen.

Verbundbank I

Sie umfasst das Sparkassengeschäft der WestLB - und wurde von der Frankfurter Helaba übernommen. 451 Mitarbeiter der WestLB wechselten dabei den Arbeitgeber. Die Helaba übernahm nach langem Poker mit den WestLB-Eignern - dem Land NRW und den beiden örtlichen Sparkassenverbänden - sowie der bundesweiten Sparkassenorganisation Geschäfte mit einer Bilanzsumme von rund 40 Milliarden Euro.

Verbundbank II

Eine Milliarde Euro erhielt die Verbundbank als Mitgift – die beiden NRW-Sparkassenverbände polsterten die Kapitaldecke der Verbundbank mit 500 Millionen Euro auf, weitere 500 Millionen Euro steuerten die Sicherungseinrichtungen der Sparkassen-Finanzgruppe bei. Diese wurden im Gegenzug an der Helaba beteiligt. Die vor allem in Hessen und Thüringen aktive Helaba konnte damit nach Nordrhein-Westfalen expandieren.

Erste Abwicklungsanstalt I

Die EAA ist die Bad Bank der WestLB - sie soll bis voraussichtlich 2027 die unverkäuflichen Überbleibsel der Bank abwickeln. Die Resterampe der Landesbank wurde im Dezember 2009 aus der Taufe gehoben. Die beiden Vorstände Markus Bolder und Matthias Wargers begannen danach, Käufer für Risikopapiere und Geschäftsbereiche der WestLB mit einem Volumen von rund 77,5 Milliarden Euro zu suchen. Mitte 2012 standen davon noch rund 45 Milliarden Euro in den Büchern der EAA.

Erste Abwicklungsanstalt II

Auf Bolder und Wargers kommt nun aber neue Arbeit zu: Portfolios mit einem Volumen von rund 100 Milliarden Euro, darunter auch der Immobilien-Finanzierer WestImmo, landeten aus der Erbmasse der WestLB bei der EAA. Die Übertragung soll bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. Für Verluste aus der Abwicklung stehen Steuerzahler und Sparkassen gerade. Allein für das mit besonders risikoreichen Papieren bestückte, „Phoenix“-Portfolio haben Land und Sparkassen Garantien in einer Höhe von fünf Milliarden Euro gegeben.

Portigon I

Am 1. Juli 2012 ging das neue Serviceinstitut an den Start. Rund 3500 Mitarbeiter sollte Portigon zunächst haben, bis Jahresende sollen es dann weniger als 2700 Menschen sein – und die Zahl der Beschäftigten soll in Zukunft weiter schrumpfen, bis Ende 2016 soll das Service-Geschäft verkauft sein.

Portigon II

Die Portigon-Mitarbeiter werden sich zunächst vor allem mit gut bekannten Geschäftsvorgängen beschäftigen: Sie sollen die EAA bei der Abwicklung ihrer Milliarden-Portfolien unterstützen. Diese strebt selbst einen Personalstand von rund 100 Mitarbeitern an. Auch Portigon wurde mit einer Finanzspritze auf den Weg geschickt: Das Land Nordrhein-Westfalen gab eine Milliarde Euro – es ist nun auch alleiniger Eigner von Portigon.

Die WestLB hatte vergeblich versucht, die WestImmo zu veräußern. Die Gesprächsfäden zu Investoren seien aber nicht abgerissen, sagte Wargers. In Finanzkreisen war in der Vergangenheit unter anderem der Finanzinvestor Apollo als Interessent genannt worden.

Von

rtr

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