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09.05.2017

18:29 Uhr

Bafin

„Frankfurt spielt eine ganz herausgehobene Rolle“

Kommt nach dem Brexit der große Umzug? Viele Geldhäuser sollen eine Verlegung der Aktivitäten ins restliche Europa prüfen. Laut Finanzaufsicht Bafin haben auch viele Institute Interesse am Standort Frankfurt.

Auch die Metropole am Main dürfte von den Londoner Großbanken als alternativer Standort in Erwägung gezogen werden. dpa

Frankfurter Skyline

Auch die Metropole am Main dürfte von den Londoner Großbanken als alternativer Standort in Erwägung gezogen werden.

FrankfurtZahlreiche Londoner Banken werden nach Einschätzung der Finanzaufsicht Bafin wegen des Brexit Aktivitäten nach Deutschland verlagern. „Wir haben mit deutlich mehr als 20 Instituten gesprochen“, sagte der oberste Bafin-Bankenaufseher Raimund Röseler am Dienstag bei einer Pressekonferenz der Behörde in Frankfurt. „Wir haben bisher von einer zweistelligen Anzahl von Banken in Aussicht gestellt bekommen, dass sie sich für Frankfurt entscheiden werden.“ Der Standortvermarkter Frankfurt Main Finance rechnet damit, dass wegen des britischen Ausscheidens aus der EU bis 2021 rund 10.000 Stellen von der Themse an den Main verlagert werden.

In London tätige Banken brauchen ab März 2019 eine Gesellschaft mit EU-Banklizenz, wenn sie weiter Produkte und Dienstleistungen in den verbleibenden 27 Mitgliedsstaaten der Union anbieten wollen. Viele Geldhäuser prüfen deshalb die Verlagerung von Geschäften etwa nach Paris, Dublin oder Frankfurt. Die meisten Institute wollten „nicht alle Eier in einen Korb legen“, sondern ihre Geschäfte auf zwei, drei oder mehr Standorte verteilen, sagte Bafin-Präsident Felix Hulfeld. „Frankfurt spielt hierbei eine ganz herausgehobene Rolle.“

Diverse Politiker und Finanzmarktaufseher in Deutschland und Frankreich sind der Ansicht, dass auch die Abwicklung von Derivategeschäften in Euro von London auf den Kontinent verlagert werden sollte. Die EU-Kommission prüft eine entsprechende Vorgabe. Hufeld hält von einer solchen Zwangsmaßnahme, von der Zehntausende Arbeitsplätze betroffen wären, jedoch nichts - und warnt vor zu viel Abschottung. Man dürfe nicht „zu schnell auf Lösungen zu springen, die auf den ersten Blick interessant erscheinen, auf den zweiten Blick aber hohe protektionistische Kollateralschäden auslösen können“, mahnte er. Die USA erlaubten es schließlich auch, dass viele Dollar-Transaktionen in London abgewickelten würden.

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Derzeit laufen die die meisten Euro-Derivategeschäfte über das britische Clearinghaus LCH. Clearnet, eine Tochter der London Stock Exchange. Eine Verlagerung nach Frankfurt würde der Deutsche-Börse-Tochter Eurex Clearing Rückenwind verleihen. Vertreter der Londoner City und von Großbanken sind jedoch der Ansicht, dass eine Verschiebung nicht nur teuer wäre, sondern auch schlecht für die europäische Wirtschaft und die Finanzstabilität. „Man muss sich klar darüber sein, welche Konsequenzen so etwas haben kann“, warnt auch Hufeld.

Kommentare (1)

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Herr Peter Spiegel

09.05.2017, 19:52 Uhr

Seit Jahren fordert der "Hessische Trinkerverband" einen ordentlichen Biergarten
in diesem Provinzkaff Frankfurt. Nichts, nur sauren Äppler und jetzt? Wer wird all die neuen Alkoholiker versorgen ? Wo bleibt das Menschenrecht auf Rausch ?
Nichts, nur nüchterne Tristesse ein politikversagen ersten Ranges.

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