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19.01.2011

09:46 Uhr

Banca Monte Dei Paschi

Sportliche Kapuzenjacke statt Jackett

VonKatharina Kort

Sie wollten schon immer eine Kapuzenjacke Ihrer Bank tragen? Was in Deutschland kaum vorstellbar ist, ist für die Kunden der italienischen Monte dei Paschi di Siena jetzt möglich. Pünktlich zur Mailänder Herrenmodewoche hat die älteste Bank der Welt ihre neue Kollektion vorgestellt - und möchte damit ihr Image auffrischen.

Giuseppe Mussari: Mit Kapuzenpullis will der Bankchef das Image der Banca Monte dei Paschi di Siena aufwerten. Pressebild

Giuseppe Mussari: Mit Kapuzenpullis will der Bankchef das Image der Banca Monte dei Paschi di Siena aufwerten.

MAILAND. Zur Kollektion der Bank gehören Polohemden, Kapuzenjacken und T-Shirts mit dem Logo "1472" - dem Gründungsjahr der Monte dei Paschi. Bankchef Giuseppe Mussari stellte die Modelinie persönlich vor und tauschte sein Jacket gegen die Kapuzenjacke aus.

Co-Branding heißt das Ganze auf Marketing-Deutsch: Die Bank gibt Geld und Logo; das Modeunternehmen Batrax produziert die Kleidungsstücke. Dabei geht es der drittgrößten italienischen Bank vor allem um ihr Image. "Wir wollen damit nicht unsere Bilanz verbessern, sondern das Image verjüngen", sagte Mussari bei der Vorstellung in Mailand.

Sportmode mit dem Firmenlogo in den Läden zu platzieren, ist in Italien nicht ganz neu. Vor fünf Jahren hat Fiat mit Kapuzenjacken und Schuhen mit dem eigenen Logo seine damals strauchelnde Marke erfolgreich aufgefrischt. Für den konservativen Finanzsektor ist die Strategie dagegen neu. Bisher ist noch keine Bank, kein Versicherer mit einem eigenen Modelabel auf den Markt gekommen.

Bislang nutzte die Monte dei Paschi di Siena das ihr Logo bereits für ihren Wein. Seit dem vergangenen Oktober verkauft das Traditionshaus ihre Chianti-Rotweine unter dem Namen Markenzeichen "1472".

Im Vergleich zu vielen anderen Banken geht es der Monte dei Paschi auch in Krisenzeiten nicht schlecht. Zwar hat sie sich mit der milliardenschweren Übernahme des norditalienischen Konkurrenten Antonveneta vor einigen Jahren fast überhoben. Aber anders als viele deutsche Banken hat die Traditionsbank mit ihren 32 000 Mitarbeitern und 3 000 Filialen auch mitten in der Finanzkrise immer noch schwarze Zahlen geschrieben.

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