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24.03.2016

15:45 Uhr

Banco Popolare und BPM

Aktionäre reagieren verhalten auf Großbanken-Hochzeit

Die Pläne für die Fusion der italienischen Großbanken Banco Popolare und Banca Popolare di Milano (BPM) werden immer konkreter. Doch die Aktionäre halten sich bislang mit der Begeisterung zurück.

Durch die Fusion mit der Banco Popolare würde das drittgrößte Finanzinstitut Italiens entstehen. Reuters

Zentrale der Banca Popolare di Milano

Durch die Fusion mit der Banco Popolare würde das drittgrößte Finanzinstitut Italiens entstehen.

MailandDie lange erwartete Fusion der beiden italienischen Geldhäuser Banco Popolare und Banca Popolare di Milano (BPM) stößt kaum auf Begeisterung. Zwar stellten beide Finanzinstitute im Zuge ihrer Verbindung zur drittgrößten Bank des Landes am Donnerstag jährliche Millionen-Einsparungen und den Abbau fauler Kredite in Aussicht. Die Europäische Zentralbank (EZB) genehmigt das Vorhaben aber nur, wenn sich die Banco Popolare eine Milliarde Euro frisches Geld über eine Kapitalerhöhung besorgt - was das Unternehmen eigentlich vermeiden wollte. Anleger waren vom Erfolg des Zusammenschlusses nicht überzeugt: Die Aktien beider Institute gaben um rund fünf Prozent nach.

Die größten Banken Europas (nach Marktkapitalisierung)

Platz 10

Intesa Sanpaolo
Italien
28,472 Milliarden Euro

Stand: Anfang Juli 2016. Quelle: S&P Global Market Intelligence

Platz 9

Nordea Bank
Schweden
30,411 Milliarden Euro

Platz 8

Banco Bilbao
Spanien
32,701 Milliarden Euro

Platz 7

ING Groep
Niederlande
35,7527 Milliarden Euro

Platz 6

PAO Sberbank of Russia
Russland
40,396 Milliarden Euro

Platz 5

UBS Group
Schweiz

43,209 Milliarden Euro

Platz 4

Lloyds Banking Group

Großbritannien

46,368 Milliarden Euro

Platz 3

Banco Santander

Spanien

49,393 Milliarden Euro

Platz 2

BNP Paribas

Frankreich

49,495 Milliarden Euro

Platz 1

HSBC

Großbritannien

110,804 Milliarden Euro

„Es waren sehr komplizierte Verhandlungen, die durch Hürden, die wir nicht erwartet hatten, nochmals deutlich komplizierter wurden”, machte BPM-Chef Guiseppe Castagna, der das fusionierte Unternehmen führen wird, seinem Unmut über die EZB-Auflagen Luft. „Das Ergebnis der Verhandlungen ist das Bestmögliche, das wir erreichen konnten.” Gleichwohl sei das Ergebnis solide „und ich weiß, dass das die Hauptsorge aller Analysten und Investoren war”. Banco-Popolare-Chef Pier Francesco Saviotti stieß ins gleiche Horn: Die Forderung der EZB nach einer Kapitalerhöhung von einer Milliarde Euro sei „exzessiv”. Aber die Notenbank habe klargemacht, dass es dazu keine Alternative gebe. Einige Analysten erklärten, die neue Bank müsse sich eventuell noch von Werten trennen, um ihr Eigenkapital weiter zu stärken.

Die neue Bank mit rund 2500 Zweigstellen und 25.000 Mitarbeitern will auf mittlere Sicht 365 Millionen Euro pro Jahr durch die Fusion einsparen. Schwerpunkt des Geldhauses mit Hauptsitzen in Mailand und Verona und einer Bilanzsumme von 171 Milliarden Euro soll der wohlhabende Norden Italiens sein. Das neue Institut wäre nach Intesa Sanpaolo und Unicredit die Nummer drei in Italien. Die bisherigen Aktionäre von BPM sollen künftig 54 Prozent halten, Banco-Popolare-Eigner 46 Prozent.

Der EZB war Insidern zufolge bei dem Fusionsvorhaben auch der rasche Abbau von Problem-Krediten wichtig. Die damit verbundenen hohen Verluste würden aber die Kapitalbasis der beiden Häuser angreifen, hatte es geheißen. Am Donnerstag nun kündigten die neuen Partner an, ihre faulen Kredite im Volumen von 27 Milliarden Euro bis 2019 um zehn Milliarden Euro zu verringern. Insgesamt schieben die italienischen Banken faule Kredite im Volumen von etwa 360 Milliarden Euro vor sich her.

Von

rtr

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