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04.02.2015

13:22 Uhr

Bank Asya

Türkische Behörden übernehmen Gülen-Bank

Türkische Behörden haben die Kontrolle über eine Bank der mit der Regierung verfeindeten Gülen-Bewegung übernommen. Der entlassene Generaldirektor der Bank Asya spricht von einer „Lynchkampagne“ Ankaras.

Die türkischen Behörden haben jetzt bei der Bank Asya das Sagen. Reuters

Unter Ankaras Kontrolle

Die türkischen Behörden haben jetzt bei der Bank Asya das Sagen.

IstanbulDie türkischen Behörden haben die Kontrolle über eine Bank der mit der Regierung verfeindeten Bewegung des islamischen Predigers Fethullah Gülen übernommen. Der bei der Aktion entlassene Generaldirektor der Bank Asya, Ahmet Beyaz, sprach am Mittwoch von einer „Lynchkampagne“ gegen sein Haus, wie die Onlineausgabe der Zeitung „Hürriyet“ berichtete. Die Bank stand seit Monaten unter dem Druck von Regierung und regierungsnaher Presse.

Die türkische Bankenaufsicht begründete den Schritt am Dienstagabend mit mangelnder Transparenz bei der Bank Asya und setzte einen neuen Vorstand ein. Vor dem Hauptquartier der Bank in Istanbul versammelten sich in der Nacht dutzende Kunden des Geldinstituts, um gegen die Intervention zu intervenieren. Ex-Generaldirektor Beyaz kündigte rechtliche Schritte gegen die Aktion der Behörden an.

Die Bank Asya gehörte bisher zum Imperium der „Hizmet“-Bewegung Gülens, die auch Schulen und Medien betreibt. Der in den USA lebende Gülen war lange ein wichtiger Unterstützer des heutigen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, überwarf sich im Jahr 2013 aber mit dem damaligen Regierungschef. Als Gülen-treue Staatsanwälte Ende 2013 ein Korruptionsverfahren gegen Mitglieder der Regierung einleiteten, sprach Erdogan von einem Putschversuch. Er wirft Gülen vor, parallele Strukturen im Staatsapparat aufgebaut zu haben, und fordert von den USA dessen Auslieferung.

Der Präsident bekundete mehrfach seine Entschlossenheit, den Einfluss der Gülen-Bewegung in der Türkei endgültig zu brechen. Tausende mutmaßliche Gülen-Anhänger in Justiz und Polizei wurden im vergangenen Jahr entlassen oder versetzt. Bereits seit einiger Zeit wurde auch ein Vorgehen gegen die Wirtschaftsinteressen der Bewegung erwartet. Im Dezember wurden bereits Journalisten von Gülen-Medien festgenommen.

Die Regierung hatte der Bank Asya im vergangenen Jahr unter anderem das Recht entzogen, für ihre Kunden die Zahlung von Steuern und Sozialabgaben abzuwickeln. Regierungsnahe Medien berichteten daraufhin von einer schweren Krise bei der Bank. Erdogan selbst sagte öffentlich, die Bank Asya sei bereits bankrott. Der Marktwert der Bank ging daraufhin deutlich zurück.

Von

afp

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