Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

06.10.2011

04:46 Uhr

Bank-Auflösung

Entscheidung über Dexia soll am Samstag fallen

Die europäische Schuldenkrise wird zur Krise der Banken. Dabei nimmt das französisch-belgische Geldinstitut Dexia eine besondere Rolle ein. Insiderinformationen deuten auf ein schlimmes Ende.

Wird Dexia am Ende zu einer Bad Bank? dpa

Wird Dexia am Ende zu einer Bad Bank?

London/New YorkDas Führungsgremium der angeschlagenen belgisch-französischen Bank Dexia kommt Insidern zufolge am Samstag zusammen, um über einen Plan zur Aufspaltung des Instituts zu entscheiden. Das Treffen werde in Paris stattfinden, sagten zwei mit dem Vorhaben vertraute Personen am Mittwoch. Die Bank wollte sich auf Anfrage nicht äußern.

Dexia droht als erste große europäische Bank zum Opfer der Schuldenkrise zu werden. Die Haupteigner Frankreich und Belgien sowie die Notenbanken beider Länder hatten das Geldhaus am Dienstag mit einer Garantie für die Sparer gestützt. Die mit 4,8 Milliarden Euro in Griechenland engagierte Bank bangt vor weiteren Abschreibungen und steht vor der Zerschlagung.

Dexia könnte dabei als Bad Bank enden, sagten zwei Personen, die mit den Inhalten der Gespräche vertraut sind, der Nachrichtenagentur Bloomberg. Zudem wird die Bank zum Gradmesser der Krise in Europa. „Dexia ist ganz und gar nicht die Einzige, die hier auf dem Spiel steht“, sagte Simon Maughan, Verkaufs- und Vertriebschef bei MF Global in London. „Es scheint so, als hätte die Kapitulation begonnen und die Leute sagten nun: Wir haben die Nase voll von dieser Situation, jetzt muss etwas Konkretes getan werden.“

Kommentare (5)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Arbeitender

06.10.2011, 07:12 Uhr

Es ist doch erstaunlich, dass eine so grosse Bank wegen angeblich "nur" 4.8 Milliarden Dollar nicht mehr Zahlungsfähig sein soll. Hier liegen todsicher andere Leichen vergraben, die langsam an die Oberfläche erscheinen. Da dies eine erhöhte Leistung des Managements erfordert, sollte das Kader Sonderprämien in Millionenhöhe erhalten.

der-oekonomiker

06.10.2011, 08:15 Uhr

Es gibt schon seit Jahre keine Bank mehr, die nicht Leichen im Keller hat. Ich behaupte: Selbst unsere Sparkassen und Genossenschaftsbanken sind nicht frei davon! Das Spiel geht anders: Amerika braucht unbedingt für das was in den nächsten Monaten passiert einen Sündenbock, Europa. Deshalb wird schon seit Wochen in US-Blogs gegen die großen franz. Banken "gewettet/gewettert". Die wanken, fallen aber nicht. Da wurde mit der Kommunalbank Dexia schnell ein neues Opfer gefunden. Alles ein abgekartetes Spiel, dem Europa immer noch tatenlos zusieht. Nicht GR ist das Problem ...

cityboy

06.10.2011, 08:20 Uhr

dexia... das ist erst der beginnn... die nächste krisenbank wird wohl die övag sein... die politik lässt sich leider weiterhin von den banken an der nase herumführen, da die politiker die produkte der banken nicht verstehen. dies betrifft auch und vor allem die politiker die in den aufsichtsräten der banken sitzen. statt auf die empfehlungen der bankenlobbyisten zu hören, sollten die politiker ihren sachverstand schärfen (und auch mal einsetzen) und den banken die rote karte zeigen. ist erforderlich das gesamte bankensystem grundlegend neu zu gestalten, zurück zum eigentlichen auftrag, der da heißt: dienstleistung. die auswüchse der letzten ca. 20 jahre müssen zurückgedreht werden, d. h. weitgehendes verbot von derivaten. zurück zum derivatenangebote der 80er. plain-vanilla, einfache swaps, optionen und futures. alles andere gehört in den mülleimer der geschichte. also weg mit den strukturierten produkten und den massenvernichtungswaffen, den kreditderivaten. solange diese produkte erlaubt sind, wird sich nichts ändern. die krisen werden sich häufen und in immer kürzeren abständen auftreten. es sollte ein harter schnitt erfolgen, mit einer abrechnung aller umlaufenden zu verbietenden derivate. die banken, die dies nicht überleben werden und dies werden wohl weit über 50% sein, sind zu verstaatlichen oder abzuwickeln. die gewinne und verluste aus den abrechnungen der derivate sollten über den iwf gesammelt
und mit den betroffenen rettungsfonds der länder verrechnet werden. klingt grausig, ist es auch. aber ohne einen derartigen harten schnitt wird das system irgendwann unkontrolliert implodieren. ein neustart des weltweiten banksystems muss her...

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×