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06.08.2014

17:00 Uhr

Bank Austria

„Russland-Krise kein Grund für Albträume“

Die Bank Austria macht einen beträchtlichen Teil ihres Geschäfts in Russland – und gibt trotz der EU-Sanktionen Entwarnung: Die Einbußen dürften klein ausfallen. In der Ukraine läuft es dagegen schlecht.

Die Bank Austria ist im Unicredit-Konzern für das Osteuropa-Geschäft zuständig – also auch für Russland und die Ukraine. Reuters

Die Bank Austria ist im Unicredit-Konzern für das Osteuropa-Geschäft zuständig – also auch für Russland und die Ukraine.

WienDie Bank Austria erwartet durch die EU-Sanktionen keine großartigen Einfluss auf ihr Geschäft in Russland. Vorstandschef Willibald Cernko sprach von einem „bescheidenen Einfluss“ auf das operative Geschäft. Nach seinen Angaben soll sich die Umsatzeinbußen durch die Sanktionspolitik Brüssel im Reich von Wladimir Putin in diesem Jahr auf maximal 15 Millionen Euro belaufen.

Cernko gab sich betont gelassen. Es gebe in Russland keinen Grund für „albtraumähnliche Zustände“. Das dortige Geschäft mit Einlagen und Krediten sei von guter Qualität. In Russland hat Bank Austria nach eigenen Angaben Einlagen von 12,5 Milliarden Euro, die Krediten von 13 Milliarden Euro gegenüber stehen.

Im ersten Halbjahr erwirtschaftete die Unicredit-Tochter, die das osteuropäische Geschäft steuert, in Russland ein Ergebnis vor Steuern von 247 Millionen Euro. Das ist ein Plus von drei Prozent. Das Russland-Geschäft ist damit der größte Erlösbringer der Bank Austria in Mittel- und Osteuropa. „Wir erwarten, dass Russland weiterhin ein sehr wichtiger Ergebnisbringer sein wird“, sagte Cernko, der gerade seinen Vertrag als CEO der Bank Austria um weitere drei Jahre verlängert hat.

In der Ukraine will das Wiener Geldinstitut seine Tochter Ukrsotsbank verkaufen. Entsprechende Gespräche mit Investoren laufen bereits seit Wochen. Ob und wann sie zu einem Ergebnis führen, konnte Cernko am Mittwoch in Wien nicht sagen. Der Bürgerkrieg im Osten der Ukraine setzt den dortigen Geschäften zu. Nach Unternehmensangaben mussten seit Ausbruch der Gewalt 40 der insgesamt 350 Filialen in der Ukraine geschlossen werden.

Die Ukraine ist der einzige Verlustbringer im Portfolio der Bank Austria in Osteuropa. Im ersten Halbjahr betrug der Verlust 29 Millionen Euro. „Es ist eine menschliche Tragödie“, sagte Cernko zu den jüngsten Entwicklungen am Rande Europas. Er hoffe, dass die Diplomatie bei der Konfliktbewältigung wieder die Oberhand gewinne.

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