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13.01.2005

20:19 Uhr

Bank drohen Wertberichtigungen wegen Agiv-Pleite

Finanzaufsicht prüft die HSH Nordbank

Vongregory Lipinski (Handelsblatt)

Der Hamburger HSH Nordbank droht für 2004 ein Wertberichtigungsbedarf von mehr als 100 Millionen Euro sowie eine Sonderprüfung durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin).

HB HAMBURG. Der Hamburger HSH Nordbank droht für 2004 ein Wertberichtigungsbedarf von mehr als 100 Mill. Euro sowie eine Sonderprüfung durch das Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Grund hierfür ist ein Abschreibungsbedarf auf Kredite der Hamburger Immobiliengruppe Agiv, die Ende vergangenen Jahres Insolvenz angemeldet hat. Dies erfuhr das Handelsblatt aus Kreisen der HSH Nordbank. Sprecher der Bank sowie der BaFin lehnten hierzu einen Kommentar ab.

Damit geraten HSH Nordbank-Chef Alexander Stuhlmann und der für das Immobiliengeschäft zuständige Vorstand Peter Rieck erheblich unter Druck. Rieck hat inzwischen die Konsequenzen gezogen. Er ist von seinem Aufsichtsratsmandat bei der zum Agiv-Konzern gehörenden Deutsche Real Estate AG zurückgetreten, heißt es aus Agiv-Kreisen. Die Deutsche Real Estate zählt zu einer größten Immobilienfirmen innerhalb des Agiv- Konzerns, der die HSH Nordbank Kredite von mehr als 600 Mill. Euro gewährt hat. Ein Agiv-Sprecher wollte dies nicht kommentieren. Die HSH Nordbank hatte in den ersten neun Monaten 2004 eine Kredit- Risikovorsorge von 253 Mill. Euro vorgenommen. 2003 hatte das aus der Fusion der Landesbanken Kiel und Hamburg hervorgegangene Institut ein Betriebsergebnis nach Risikovorsorge von 582,7 Mill. Euro erzielt.

Die Agiv-Holding hatte 2004 einen Insolvenzantrag gestellt. Der Grund war eine drohende Überschuldung sowie Zahlungsunfähigkeit. Die Firma zählt mit einem Vermögen von mehr als einer Mrd. Euro zu einer der größten deutschen Immobilienfirmen. Vor zwei Jahren war der Konzern wegen Wertberichtigungen und Abschreibungen auf Aktien des zusammengebrochenen US-Telekommunikationsunternehmens Worldcom mit 134 Mill. Euro tief in die Verlustzone gerutscht. Zahlen für 2003 und 2004 liegen nicht vor, da die Wirtschaftsprüfer die Testate verweigern.

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