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20.01.2005

17:02 Uhr

Bank erhofft sich aus Veräußerung der Tochter Nileg bis zur Jahresmitte einen Milliardenerlös

NordLB will Immobilien verkaufen

VonG. Lipinski (P.Köhler)

Immer mehr Großbanken trennen sich in großem Stil von ihrem Immobilienbesitz. Auf diese Weise wollen sie gebundenes Kapital freisetzen und das operative Kerngeschäft stärken. Jüngstes Beispiel ist die NordLB in Hannover, die sich bis zur Jahresmitte von ihrer Tochter Nileg Immobilien Holding trennen will. „Wir wollen uns auf das Kerngeschäft konzentrieren“, sagt eine NordLB-Sprecherin.

HAMBURG. Aus dem Verkauf erhofft sich das öffentlich-rechtliche Kreditinstitut einen Erlös von mehr als einer Milliarde Euro, erfuhr das Handelsblatt aus Kreisen der Bank. Damit setzt sich eine Entwicklung fort, die mit dem Milliardenverkauf von Immobilien der Deutschen Bank an den Finanzinvestor Blackstone vor gut einem Jahr ihren Anfang nahm. Jetzt ziehen auch die Landesbanken nach.

Die NordLB unter ihrem neuen Vorstandschef Hannes Rehm steckt derzeit in einer schwierigen Umbauphase. Denn nach dem Ausstieg von Mecklenburg-Vorpommern sollen künftig die Länder Niedersachsen und Sachsen-Anhalt 50 Prozent der Anteile an der NordLB halten, genauso viel wie die Sparkassenverbände aus Niedersachsen, SachsenAnhalt und Mecklenburg-Vorpommern zusammen. Parallel dazu soll über verschiedene Maßnahmen die Kapitaldecke der NordLB gestärkt werden. Neben einer Kapitalerhöhung waren zuletzt auch die Umwandlung einer stillen Einlage in Eigenkapital sowie das Auflegen einer „ewigen Anleihe“ im Gespräch. Bis Ende Januar wollen sich die Eigentümer über die Maßnahmen verständigt haben.

Ende 2004 hatte die NordLB illegale Beihilfezahlungen von mehr als 712 Mill. Euro an das Land Niedersachsen zurückgezahlt. Damit sank das Kapital der Bank zum Jahresultimo auf rund 4,3 (5,1) Mrd. Euro. Über die Wiedereinbringung wird mit den Brüsseler Wettbewerbshütern verhandelt. Inwieweit der Verkauf der Nileg in diesem Jahr Luft verschafft, ist noch offen. „Es steht noch nicht fest, wofür wir den Verkaufserlös aus der Nileg verwenden werden“, sagte eine NordLB-Sprecherin. Die Ratingagenturen bewerten den Verkauf positiv: „Nileg ist aus unserer Sicht nicht strategisch wichtig für die NordLB. Wenn Banken sich von nicht strategischen Beteiligungen trennen, kann das positive Auswirkungen auf das Risikoprofil, die Rentabilität, die Kapitalausstattung und die Refinanzierung haben“, sagte Ratingexperte Stefan Best von Standard & Poor’s. Für eine abschließende Beurteilung sei es aber noch zu früh. Noch unklar ist auch, wie sich der außerordentliche Erlös aus dem Nileg-Verkauf auf das Ergebnis im laufenden Geschäftsjahr auswirkt. Landesbankchef Rehm hat vor kurzem angekündigt, das operative Ergebnis 2005 zu steigern. 2004 verdoppelte die Bank ihr Betriebsergebnis nach Risikovorsorge und Bewertung auf 331 (154,4) Mill. Euro.

Die Nileg Immobilien Holding zählt mit einer Bilanzsumme von 1,4 Mrd. und einem Umsatz von 250 Mill. Euro zu den größten Immobilienunternehmen Norddeutschlands. Zu dem Konzern gehören unter anderem mehr als 30 000 Mietwohnungen in Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Mecklenburg- Vorpommern sowie Ferienwohnungen in Spanien.

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