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05.01.2005

09:11 Uhr

Bank hat bei Aktienplatzierungen deutlich an Boden verloren

Deutsche Bank verliert auf dem Heimatmarkt

Die Deutsche Bank hat ihre beherrschende Position im heimischen Investment-Banking im vergangenen Jahr eingebüßt. Nach Angaben des britischen Datenanbieters Thomson Financial ist Deutschlands größte Bank im Geschäft mit Aktienplatzierungen in der Jahresabrechnung hinter den amerikanischen Konkurrenten Morgan Stanley zurückgefallen und belegt in den prestigeträchtigen Ranglisten, die die Platzierungskraft der Investmentbanken messen, nur noch den zweiten Rang.

HB FRANKFURT/M. Auch in der Königsdisziplin, dem Geschäft mit Fusionen und Übernahmen (M&A) fiel die Deutsche Bank hinter Goldman Sachs auf Platz zwei zurück. Im Geschäft mit der Platzierung von Anleihen konnten Frankfurter ihre Spitzenposition dagegen auch 2004 verteidigen. Im Vorjahr hatte die Deutsche Bank sowohl im Aktien- als auch im Anleihe- und im Fusionsgeschäft noch unangefochten auf dem ersten Rang gelegen.

Die zum Teil wöchentlich veröffentlichten Ranglisten von Datenanbietern wie Thomson Financial spielen für die Banker eine wichtige Rolle. Die Informationsdienste schlüsseln auf, welche Banken in den Bereichen Aktien-, Anleihetransaktionen sowie Fusionen und Übernahmen die Spitzenreiter sind. Das nutzen die Banker, wenn sie um attraktive Mandate im Investment-Banking bei Kunden rangeln. Außerdem fließen die Ergebnisse der Rennlisten teilweise in die Beurteilung der Banker für die Bonizahlungen ein.

Vor allem bei Aktienplatzierungen hat die Deutsche Bank im vergangenen Jahr deutlich an Boden verloren. Nach Berechnungen von Thomson Financial ging ihr Marktanteil in diesem Segment um mehr als die Hälfte auf gut 18 Prozent zurück. Die zehn Transaktionen, an der das Geldhaus beteiligt war, hatten ein Volumen von 4,56 Mrd. Dollar. Morgan Stanley, 2003 noch die Nummer drei, kam dagegen mit einem Volumen von über fünf Mrd. Dollar auf einen Marktanteil von rund 20 Prozent.

Hinter Morgan Stanley und der Deutschen Bank folgen auf den Plätzen J.P. Morgan, die Citigroup, die Allianz-Tochter Dresdner Kleinwort Wasserstein, Lehman Brothers und auf Rang sieben das Wall-Street-Haus Goldman Sachs. Damit fielen die Amerikaner deutlich zurück. 2003 hatte Goldman noch den zweiten Rang belegt. Trotz diesem Rückschlag wurde das Geschäft mit deutschen Aktienplatzierungen 2004 vor allem von angelsächsischen Instituten dominiert.

Ähnlich sieht die Lage am M&A-Markt aus. Den ersten Rang belegt Goldman Sachs mit einem Transaktionsvolumen von mehr als 20 Mrd. Dollar und einem Marktanteil von 21 Prozent. Hinter der Deutschen Bank folgen auf den Plätzen drei bis sechs Citigroup, Credit Suisse First Boston, Morgan Stanley und JP Morgan.

Bei der Emission langfristiger Anleihen liegt die Deutsche Bank dagegen mit 207 Transaktionen und einem Volumen von fast 55 Mrd. Dollar weiterhin auf dem ersten Platz. Das entspricht einem Marktanteil von knapp 13 Prozent. Auf den Plätzen folgen mit einem Marktanteil von gut fünf bis fast sieben Prozent die Citigroup, Barclays, Dresdner Kleinwort Wasserstein, ABN Amro, JP Morgan, Credit Suisse First Boston und Morgan Stanley. Die Hypo-Vereinsbank liegt auf dem neunten Platz mit einem Marktanteil von unter vier Prozent. 2003 hatten die Münchener mit mehr als fünf Prozent noch den sechsten Rang eingenommen.

Europaweit belegt die Deutsche Bank im Anleihegeschäft den zweiten Rang hinter Credit Suisse First Boston und vor der Citigroup. Im Geschäft mit Aktienplatzierungen fielen die Frankfurter europaweit von ersten auf den dritten Rang zurück. Andere deutsche Institute tauchen in den Listen der zehn bedeutendsten europäischen Investmentbanken nicht auf.

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