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19.05.2016

12:21 Uhr

Bank Julius Bär

Schlechter als die Konkurrenz

Bei der Schweizer Privatbank schwächelt das Geschäft mit reichen Kunden - anders als bei Wettbewerbern wie UBS oder Credit Suisse. Gegensteuern will das Institut mit einem neuen Sparprogramm

Mit neuen Kundenberatern will die Bank das Wachstum ankurbeln. dpa

Logo von Julius Bär in Zürich

Mit neuen Kundenberatern will die Bank das Wachstum ankurbeln.

ZürichDie Schweizer Privatbank Julius Bär hat mit dem forschen Wachstumstempo der größeren Konkurrenten zum Jahresstart nicht mithalten können. In den ersten vier Monaten sammelte das Zürcher Institut bei reichen Privatkunden neues Kapital von weniger als drei Prozent des Bestands ein, teilte Bär am Donnerstag mit. Das mittelfristige Ziel eines jährlichen Wachstums von vier bis sechs Prozent sei aber weiterhin erreichbar.

UBS und Credit Suisse kamen im Startquartal in ihren Private-Banking-Einheiten im ersten Quartal auf Neugeld-Wachstumsraten von jeweils mehr als sechs Prozent.

Während bei den beiden Großbanken vor allem das Geschäft in Asien brummte, litt Bär in der Region darunter, dass die Kunden vorsichtiger agierten und Investitionen zurückfuhren. Auch in Osteuropa und Lateinamerika verzeichnete das Geschäft Bremsspuren. Zudem zogen französische und italienische Kunden in Zusammenhang mit der Offenlegung von bisher unversteuerten Vermögen Gelder ab.

Dank der Übernahme des italienischen Anlagegesellschaft Kairos kletterten die verwalteten Vermögen bei Bär dennoch auf den Rekordstand von 305 Milliarden Franken.

Mit neuen Kundenberatern will die Bank das Wachstum ankurbeln - vorerst kostet dies aber. Das Verhältnis von Kosten zu Erträgen verschlechterte sich in den ersten vier Monaten und lag über dem Zielbereich von 64 bis 68 Prozent. Dank Sparmaßnahmen will sich Bär diesem Ziel im Gesamtjahr wieder annähern.

Mit dem Aufschub von Projekten, einzelnen Stellenstreichungen und weiteren Maßnahmen peilt das Institut Einsparungen von rund 50 Millionen Franken an. Ein breiter Job-Abbau sei aber nicht geplant, sagte ein Sprecher. Bereits im vergangenen Jahr hatte Bär rund 100 Millionen Franken eingespart.

Die Anleger waren mit dem Zwischenbericht nicht zufrieden. Die Kostenkontrolle sei enttäuschend und das neu eingeworbene Kapital schwächele weiterhin, erklärte ZKB-Analyst Michael Kunz. Die Aktie hinkte mit minus 0,3 Prozent dem freundlichen europäischen Branchenindex hinterher. Gewinnzahlen will Bär erst mit dem Halbjahresbericht am 25. Juli veröffentlichen.

Von

rtr

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