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21.02.2012

06:54 Uhr

Bank of America

Die Zeiten hoher Renditen sind vorbei

VonAxel Höpner, Robert Landgraf

ExklusivBei den Banken setzt sich immer mehr die Bescheidenheit durch – zumindest im Hinblick auf die Renditeziele. Im Gespräch mit dem Handelsblatt verabschiedet sich die Bank of America von 25-Prozent-Raten.

Christian Meissner. Leiter Global Corporate und Investment Banking Merill Lynch. Falk Heller/ argum für Handelsblatt

Christian Meissner. Leiter Global Corporate und Investment Banking Merill Lynch.

FrankfurtDie Renditeziele der Banken haben sich nachhaltig verändert. 25 Prozent Gewinn vor Steuern und mehr, wie sie der Chef der Deutschen Bank, Josef Ackermann, lange propagiert hat, wird es nach Ansicht von Christian Meissner nicht mehr geben. Der Chef des Unternehmensfinanzierungsgeschäft und des Investment-Banking der Bank of America Merrill Lynch rechnet im Gespräch mit dem Handelsblatt nur noch mit zehn bis 15 Prozent. "Es wird aber bestimmt Jahre und Zweige in der Bankenbranche geben, wo man schon mit acht bis zehn Prozent zufrieden sein muss", sagte er.

Aus der Sicht des Österreichers lohnt sich der Wertpapierhandel auch heute noch, obwohl die schärfere Regulierung das erschwert. Insgesamt richten sich die Geldhäuser stärker in Richtung Schwellenländer aus, auch wenn Europa weiterhin für "etwa ein Drittel des weltweiten Gebührenvolumens im Investment-Banking trotz aller Krisen steht". Langfristig sieht Meissner die Gefahr, dass durch die härtere Regulierung Geschäft in Richtung Asien abwandert. Kurzfristig sei das nicht machbar.

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Wie die Bank of America um die Zukunftsfähigkeit kämpft

Verkauf von Anteilen an chinesischer Großbank

Am 29. August hat die Bank of America den Verkauf von Anteilen an der China Construction Bank für rund 8,3 Milliarden Dollar (5,7 Milliarden Euro) angekündigt. Sie nutzte die erste Gelegenheit nach dem Ende der Haltefrist, um einen Teil der Aktien zu Geld zu machen und verdiente damit 3,3 Milliarden Dollar. So gewaltig war die Summer aber nicht - angesichts eines Rekordverlusts der größten US-Bank von 8,8 Milliarden Dollar im zweiten Quartal des vergangenen Jahres.

Beteiligung von Investor Buffett

Erst am 26. August hatte die Nachricht vom Einstieg des legendären Investors und Milliardärs Warren Buffett mit fünf Milliarden Dollar die Anleger überrascht - und beruhigt.

Jobabbau

Bank-Chef Brian Moynihan hatte angekündigt, jedes Quartal 1,5 Milliarden Dollar einzusparen. Allein im dritten Quartal bis Ende September sollten 3500 Stellen wegfallen. Der laufende Umbau des Geldhauses könnte insgesamt sogar über 10.000 Beschäftigte den Job kosten, das wäre mehr als jede 30. Stelle.

Warum die Bank of America Sorgen macht

Die Bank of America hatte in der Finanzkrise Countrywide übernommen. Das erwies sich jedoch als schwerer Fehler, weil der Immobilienfinanzierer Kredite viel zu lax vergeben hatte. Hausbesitzer können nun reihenweise ihre Raten nicht mehr zahlen und frühere Geschäftspartner von Countrywide verlangen Schadenersatz. Deshalb muss sich die Bank of America mit massiven Verlusten herumschlagen und ist der zurzeit größte Sorgenfall unter den US-Kreditinstituten.

Vergleich wackelt

Wegen des milliardenschweren Hypothekenvergleichs der Bank of America formiert sich immer mehr Widerstand. Am 29. August reichte auch die US-Einlagensicherheitsbehörde FDIC beim US-Bezirksgericht in Manhattan Beschwerde gegen das Abkommen ein. Die Bank of America will den 22 institutionellen Investoren die Rekordsumme von 8,5 Milliarden Dollar zahlen, um Rechtsstreitigkeiten aus dem Weg zu räumen, die auf Countrywide zurückgehen.

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