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03.01.2011

18:21 Uhr

Bank of America

Geld gegen Subprime-Vergangenheit

VonLaura de la Motte, Hans G. Nagl

Die Subprime-Krise holt die Bank of of America ein: Das US-Institut zahlt im Streit über faule Hypotheken mehrere Milliarden Euro an Geschäftspartner. Doch das dunkle Vermächtnis aus dem Boom mit den Schrottkrediten ist damit noch lange nicht vom Tisch. Derweil zittert die größte Bank des Landes vor der Enthüllungsplattform Wikileaks.

BofA-Filiale in New York. DAPD

BofA-Filiale in New York.

FRANKFURT. Die Subprime-Krise ist noch nicht vorbei: Die Bank of America (BofA) zahlt im Streit mit den Immobilienfinanzierern Fannie Mae und Freddie Mac über faule Kredite insgesamt 2,8 Milliarden Dollar. Der Vergleich sowie weitere Abschreibungen werden das größte Institut der USA nochmals mit fast fünf Milliarden Dollar belasten.

Seit dem Ausbruch der Finanzkrise vor mehr als drei Jahren hat das Institut nach Daten der Nachrichtenagentur Bloomberg rund 98 Milliarden Dollar an Abschreibungen und Verlusten verkraften müssen. Und trotz des jüngsten Vergleichs liegen weitere Forderungen vermeintlich geprellter Geschäftspartner auf dem Tisch. Denn die BofA war vor der Krise der größte Dienstleister des Landes im Hypothekengeschäft.

Die Einigung mit Fannie Mae und Freddie Mac sieht vor, dass die BofA insgesamt 2,8 Milliarden Dollar in bar an beide Spezialfinanzierer zahlt. Die beiden Häuser waren in der Finanzkrise an den Rand des Zusammenbruchs geraten und konnten 2008 nur durch ihre Verstaatlichung gerettet werden. Sie hatten – ebenso wie andere Investoren – in großem Umfang private Baufinanzierungen von der BofA-Tochter Countrywide erworben.

Fannie Mae, Freddie Mac und andere argumentieren, die heute oftmals notleidenden Darlehen hätten ihnen nie verkauft werden dürfen, weil sie in Wahrheit nicht den strikten Qualitätsvorgaben entsprachen.

Zusätzlich zu dem Vergleich kündigte die BofA an, weitere Wertberichtigungen von zwei Milliarden Dollar auf das eigene Baufinanzierungsportfolio sowie die Versicherungsaktivitäten vorzunehmen.

Trotz der neuerlichen Gesamtbelastung von umgerechnet 3,6 Milliarden Euro reagierten die Anleger am Montag mit Erleichterung auf die Einigung. Die Aktien des Instituts legten im frühen Handel an der US-Börse in New York fast fünf Prozent zu. Viele Börsianer hatten befürchtet, dass die Bank dem Beispiel anderer Häuser folgen und einstmals verkaufte Darlehen in Milliardenhöhe wieder zurücknehmen muss. „Die jetzt unternommenen Schritte lösen die Frage massiver Altlasten im besten Interesse unserer Aktionäre“, sagte BofA-Chef Brian Moynihan.

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