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21.08.2014

18:44 Uhr

Bank of America

Trauriger Rekord

Fast 17 Milliarden Dollar: Die Strafzahlung der Bank of America toppt alles bisher dagewesene. Kunden wurden nicht über Risiken von Immobilienpapieren informiert – und sollen jetzt von den Milliarden profitieren.

Bank-of-America-Filiale in New York: Die US-Großbank zahlt eine Rekordstrafe wegen riskanter Hypothekengeschäfte. dpa

Bank-of-America-Filiale in New York: Die US-Großbank zahlt eine Rekordstrafe wegen riskanter Hypothekengeschäfte.

WashingtonDiesen Rekord würde die Bank of America sicher lieber jemand anderem überlassen: Das Institut büßt mit einem Rekordvergleich über 16,65 Milliarden Dollar (12,5 Milliarden Euro) für Zockereien am Hypothekenmarkt, wie US-Justizminister Eric Holder am Donnerstag in Washington mitteilte.

Das ist der höchste Betrag, den ein Unternehmen jemals in einer zivilrechtlichen Auseinandersetzung mit der US-Regierung zahlen musste. Der Vorsteuergewinn im laufenden Quartal wird sich wegen der Einigung um voraussichtlich 5,3 Milliarden Dollar verringern. Die Anleger schienen aber dennoch erleichtert, weil die Unsicherheit nun weg ist: Die Aktie stieg um rund ein Prozent.

Der Bank of America wird vorgeworfen, Investoren beim Verkauf von mit Immobilienkrediten besicherten Wertpapieren hinters Licht geführt zu haben. Nach Ansicht der US-Justiz hat die Bank den Käufern vor dem Zusammenbruch des Häusermarkts verschwiegen, wie schlecht es um die in den Wertpapieren enthaltenen Kredite stand.

Gebündelte Kreditpakte, die an Investoren in aller Welt verkauft wurden, gelten als Brandbeschleuniger der großen Finanzkrise, die 2008 im Kollaps der Investmentbank Lehman Brothers eskalierte. In den USA mussten viele Menschen ihre Häuser zwangsversteigern oder blieben auf hohen Schulden sitzen, während die gekauften Immobilien deutlich an Wert verloren. Investoren büßten mit den CDO-Anlagen Milliardensummen ein.

Die Milliarden fließen nun nicht nur an die US-Justiz: Neben der Strafe in Höhe von 9,65 Milliarden Dollar, die direkt an das Finanzministerium fließen, sind Zahlungen an geschädigte Verbraucher von sieben Milliarden Dollar vorgesehen.

Die US-Behörden haben schon zahlreiche Großbanken wegen solcher Hypotheken-Deals zur Kasse gebeten. Zuletzt musste die Citigroup mit sieben Milliarden Dollar dran glauben. Bisher konnte der US-Konkurrent JP Morgan den Vergleichsrekord für sich beanspruchen. Die Bank zahlte im November wegen ähnlicher Vorwürfe 13 Milliarden Dollar.

Die Bank of America hatte sich im März bereits nach langem Ringen dazu bereiterklärt, die beiden staatlichen Immobilienfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac mit 9,5 Milliarden Dollar zu entschädigen. Die Bank, die 2008 den Immobilienfinanzierer Countrywide übernommen hatte, musste wegen widerrechtlicher Zwangsräumungen und des Verkaufs fauler Immobilienkredite bislang schon mehr als 50 Milliarden Dollar Bußgelder zahlen.

Durch den jetzt erzielten Vergleich, der das Thema für die Bank endgültig besiegeln soll, könnte die Gesamtbuße auf fast 80 Milliarden Dollar steigen. Die Strafen haben die Gewinne des Geldhauses seit Beginn des Jahres aufgefressen.

Kommentare (3)

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Herr Tenzin Konchuk

21.08.2014, 17:17 Uhr

Was für eine Show
Seit dem 23.12.1913 wissen wir durch den Federal Reserve Act das Geld "einfach" in einem schöpferischen Akt aus dem NICHTs entsteht. Wo nominaler Geldwert von materiellem Gegenwert entkoppelt wurde sind 17 Milliarden Dollar Strafzahlungen schlichtweg Peanuts.

Herr richard roehl

21.08.2014, 17:20 Uhr

Und was ist daran jetzt traurig?

Herr Gerhard Achter

21.08.2014, 17:58 Uhr

beim Handel von diesen Immobilienpapieren waren sowohl auf der Käuferseite wie auf der Verkäuferseite absolute Profis unterwegs und nur weil die Geschäfte schief gegangen sind spricht man jetzt von Betrug.
Wenn hat ein Bankvorstand mal den Arsch in der Hose und sagt mit uns gibt es keinen Vergleich wir fechten die Angelegenheit vor Gericht aus.

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