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19.01.2016

14:54 Uhr

Bank of America und Morgan Stanley

Amerikanische Großbanken verdienen wieder prächtig

Trotz der Turbulenzen an den Finanzmärkten, der Sorge um den Ölpreis und der schlechten Konjunkturdaten aus China steigerten amerikanische Banken 2015 ihre Gewinne. Woran liegt das?

Morgan Stanley und die Bank of America haben für das vergangene Jahr gute Zahlen vorgelegt. ap

Gute Zahlen

Morgan Stanley und die Bank of America haben für das vergangene Jahr gute Zahlen vorgelegt.

Charlotte/New YorkDie Reihe der gut verdienenden amerikanischen Großbanken setzt sich fort. Am Dienstag berichteten die Branchengrößen Bank of America und Morgan Stanley über deutlich gestiegene Gewinne im vergangenen Jahr. Den Geldhäusern kam dabei zugute, dass sie die Spätfolgen der Finanzkrise mittlerweile verdaut haben. Vor allem teure Rechtsstreitigkeiten hatten den amerikanischen Finanzkonzernen in den Vorjahren immer wieder die Bilanzen verhagelt. Zudem senkten die Banken die Kosten radikal.

Die Bank of America konnte ihren Gewinn im vergangenen Jahr beinahe vervierfachen. Auf die gewöhnlichen Aktionäre entfielen 14,4 Milliarden Dollar (13,2 Mrd. Euro). Im Jahr 2014 hatte ein annähernd 17 Milliarden Dollar schwerer Vergleich mit der amerikanischen Regierung über faule Hypotheken-Deals vor der Finanzkrise den Gewinn einbrechen lassen.

Die größten US-Banken (nach Bilanzsumme)

Platz 10

State Street

227 Milliarden Euro


Stand: Anfang November 2015. Quelle: Bloomberg, EU-Kommission

Platz 9

PNC Financial

285 Milliarden Euro

Platz 8

BoNY Mellon

318 Milliarden Euro

Platz 7

US Bancorp

333 Milliarden Euro

Platz 6

Morgan Stanley

662 Milliarden Euro

Platz 5

Goldman Sachs

708 Milliarden Euro

Platz 4

Wells Fargo

1394 Milliarden Euro

Platz 3

Citigroup

1523 Milliarden Euro

Platz 2

Bank of America

1739 Milliarden Euro

Platz 1

JP Morgan

2127 Milliarden Euro

„Wir haben 2015 unsere höchsten Gewinne in annähernd einem Jahrzehnt eingefahren“, sagte Bankchef Brian Moynihan am Sitz in Charlotte im US-Bundesstaat North Carolina. Er verwies dabei unter anderem auf das Privatkundengeschäft mit einer regen Kreditvergabe. Die Anleger waren zufrieden: Die Aktie stieg vorbörslich um knapp 2 Prozent.

Morgan Stanley profitierte ebenfalls von ausbleibenden teuren Rechtsstreitigkeiten. Zudem entwickelte sich die Vermögensverwaltung gut. Der auf die gewöhnlichen Aktionäre entfallende Gewinn verdoppelte sich nahezu auf 5,7 Milliarden Dollar, wie die Investmentbank am Sitz in New York mitteilte. Das war mehr als Analysten und Anleger erwartet hatten – die Aktie legte vorbörslich sogar um 3 Prozent zu.

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Bankchef James Gorman richtet Morgan Stanley derzeit neu aus und will dabei die Abhängigkeit vom Handel mit Anleihen und anderen Wertpapieren reduzieren. In diesem Bereich hatte die Bank im Dezember den Abbau von 1200 Mitarbeitern angekündigt. Im Gegenzug soll die Bedeutung des Geschäfts mit der Verwaltung von Vermögen steigen.

Schon die Rivalen Wells Fargo, Citigroup und JPMorgan Chase hatten ihren Gewinn im vergangenen Jahr teils kräftig steigern können. Vor allem das Schlussquartal lief besser als gedacht – und das trotz der Turbulenzen an den weltweiten Finanzmärkten. Schwache Wirtschaftsdaten aus China und der fallende Ölpreis hatten Konjunktursorgen geschürt. Hinzu kam die Zinswende in den Vereinigten Staaten. An diesem Mittwoch legt mit Goldman Sachs die letzte der großen US-Banken ihre Bilanz vor.

Von

dpa

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