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01.09.2011

11:03 Uhr

Bank of New York Mellon

Wertpapierverwahrer wechselt den Chef

Großer Knall beim weltgrößten Wertpapierverwahrer: Die Bank of New York Mellon hat ihren Chef Robert Kelly ersetzt. Das Geldhaus, an dem Investorenlegende Warren Buffett Anteile hält, ist in Deutschland Marktführer.

Unbekannter Riese: Büro der Bank of New York Mellon in Brüssel. Reuters

Unbekannter Riese: Büro der Bank of New York Mellon in Brüssel.

DüsseldorfDie Bank of New York Mellon (BNY) ist in Deutschland nur Branchenkennern ein Begriff. Dabei hat sie hier im vergangenen Jahr für rund eine Viertelmilliarde Euro das Depotgeschäft der BHF-Bank aufgekauft und ist Marktführer. Sie verwahrt für andere Geldhäuser Wertpapiere, deren Wert sich Ende Juni insgesamt auf ungeheure 26,3 Billionen Dollar summierte, das verwaltete Vermögen belief sich auf 1,3 Billionen Dollar.

Zuletzt aber war die BNY gegenüber dem Rivalen State Street ins Hintertreffen geraten. Seit Jahresbeginn hat ihre Aktie fast ein Drittel an Wert verloren, neun Prozentpunkte mehr als die des Konkurrenten. Die Bank hatte vor drei Wochen angekündigt, 1500 ihrer rund 49.000 Stellen zu streichen. Zudem sieht sie sich mit Klagen konfrontiert, unter anderem wegen angeblich überteuerter Gebühren.

Dennoch reagierten Analysten laut der Nachrichtenagentur Bloomberg überrascht, als der Abgang von Chairman und CEO Robert P. Kelly am Mittwochabend nach US-Börsenschluss publik wurde. Die Aktie verlor nachbörslich etwas an Wert.

Die BNY begründete Kellys Rücktritt mit „Uneinigkeit über die Firmenstrategie“. Die „einvernehmliche Einigung“ habe nichts mit den Klagen gegen das Institut zu tun. Ein Insider sagte, es habe Kritik an Kellys Führungsstil gegeben, wie die „New York Times“ berichtet. Laut einem weiteren ungenannten Insider kümmerte sich der seit etwas mehr als vier Jahren amtierende Chef nicht ausreichend um das Tagesgeschäft. Im Management hat es dem „Wall Street Journal“ zufolge großen Ärger darüber gegeben, dass Kelly andere Top-Führungskräfte für Probleme der Bank verantwortlich gemacht haben soll - und deshalb die Befürchtung, der 57-Jährige könne wichtige Mitarbeiter vergraulen.

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