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18.03.2004

11:59 Uhr

Bank-Tochter macht in Bilanz reinen Tisch

Dresdner liegt Allianz weiter auf der Tasche

Die Dresdner Bank hat durch eine drastische Aufräumaktion in ihren Büchern 2003 erneut ein Milliardenloch in die Bilanz der Allianz gerissen. Doch damit immer noch nicht genug. Auch 2004 wird das Frankfurter Institut den Finanzkonzern wieder einen dreistelligen Millionenbetrag kosten.

Die Dresdner Bank erweist sich für die Allianz nach wie vor als Baustelle. Foto: dpa

Die Dresdner Bank erweist sich für die Allianz nach wie vor als Baustelle. Foto: dpa

HB MÜNCHEN. Die Münchener erwarten bei ihrer Banktochter nämlich weitere Restrukturierungsaufendungen. „Wir rechnen für 2004 mit einem zusätzlichen Restrukturierungsaufwand von 150 bis 180 Mill. €, das sollte aber das Maximum sein“, sagte Allianz-Controllingvorstand Helmut Perlet am Donnerstag in München bei der Vorlage der Jaherszahlen für das vergangene Jahr. 2003 lagen diese allerdings noch bei 840 Mill. Euro.

Auch 2003 war das Ergebnis der Allianz von den Problemen mit der Dresdner Bank geprägt. Das Segment Banking, dessen Kern die Dresdner Bank ist, schloss das Geschäftsjahr mit einem Verlust von 1,3 Mrd. € ab nach einem Minus von 1,4 Mrd. € vor Jahresfrist. Vor Steuern weitete die Dresdner ihr Minus auf 2,873 (1,146) Mrd. € aus. Verantwortlich für den Anstieg waren vor allem Wertberichtigungen bei Beteiligungen und Kosten für den Personalabbau. Der Jahresfehlbetrag lag bei 1,989 Mrd. €.

„Wir haben energisch Maßnahmen ergriffen, die unser Geschäftsmodell weiter optimieren, die Effizienz erhöhen und die Erträge nachhaltig steigern“, sagte der seit einem Jahr amtierende Vorstandschef Herbert Walter. Auch im operativen Geschäft konnte das Finanzhaus den roten Bereich noch nicht verlassen, der Verlust lag bei 304 Mill. €. In diesem Jahr sollen laut Geschäftsbericht sowohl das operative Ergebnis als auch das Ergebnis vor Steuern deutlich verbessert werden.

Mit der verlustreichen Anpassung der Buchwerte von Aktienpaketen, die die Dresdner Bank vor allem an anderen Finanzdienstleistern hält, an die derzeitigen Marktwerte schaffte Walter Altlasten aus dem Weg. Die Commerzbank hatte im dritten Quartal 2003 auf ähnliche Weise reinen Tisch gemacht und dadurch im Gesamtjahr ebenfalls einen Rekordverlust verbucht. Gemessen an der Bilanzsumme hat die Dresdner Bank 2003 die Commerzbank überrundet und ist damit das drittgrößte deutsche Geldinstitut nach Deutscher Bank und Hypo-Vereinsbank.

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