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03.09.2014

13:50 Uhr

Bank von möglicher Abspaltung betroffen

Die Schotten entscheiden auch über Lloyds

Die mögliche Abspaltung Schottlands von Großbritannien hat eventuell auch Folgen für die britische Großbank Lloyds. Der derzeitige Konzernsitz in Edinburgh könnte im Fall der Fälle umgesiedelt werden.

Die Lloyds-Bank siedelt ihren Geschäftssitz möglicherweise in London an. Reuters

Die Lloyds-Bank siedelt ihren Geschäftssitz möglicherweise in London an.

LondonDie britische Großbank Lloyds prüft Insidern zufolge eine Verlegung des Konzernsitzes, falls die Schotten in zwei Wochen für die Unabhängigkeit von Großbritannien stimmen. Statt Edinburgh würde der Geschäftssitz dann möglicherweise in London angesiedelt, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters aus Bankenkreisen. Lloyds habe wie die Royal Bank of Scotland (RBS) bereits mit der britischen Notenbank darüber beraten, sollte es nach dem Referendum am 18. September zu einer Abspaltung Schottlands kommen. Experten hatten davor gewarnt, dass die Bank of England in diesem Fall nicht mehr für schottische Kreditinstitute zuständig sei. Sowohl Lloyds als auch RBS wurden in der Finanzkrise mit Steuer-Milliarden gerettet.

Lloyds teilte mit, Notfallpläne in der Schublade zu haben. Falls die Schotten tatsächlich für die Unabhängigkeit vom Vereinigten Königreich stimmten, bliebe bis zur tatsächlichen Abspaltung immer noch genügend Zeit. Schon heute sitzen die meisten Top-Manager von Lloyds in der Londoner Hauptgeschäftsstelle. Der eingetragene Firmensitz ist aber Edinburgh, womit Lloyds bei einer Abspaltung eine schottische Bank würde. Das Geldhaus hatte bereits gewarnt, dass eine Unabhängigkeit Schottlands Auswirkungen auf die Finanzierungskosten und Steuern haben würde.

Größte Vermögensverwalter der Welt

Platz 10

Deutsche Bank (Deutschland)

380 Milliarden Dollar (Vorjahr: 387 Mrd. $)

Quelle der Angaben: PAM Insight Wealth Ranking. Stand jeweils Ende 2013 im Vergleich zu 2012.

Platz 9

HSBC (Großbritannien)

382 Milliarden Dollar (Vorjahr: 398 Mrd. $)

Platz 8

BNP Paribas (Frankreich)

383 Milliarden Dollar (Vorjahr 349 Mrd. $)

Platz 7

Raymond James Financial (USA)

454 Milliarden Dollar (398 Mrd. $)

Platz 6

Royal Bank of Canada (Kanada)

660 Milliarden Dollar (647 Mrd. $)

Platz 5

Credit Suisse (Schweiz)

887 Milliarden Dollar (Vorjahr: 862 Mrd. $)

Platz 4

Wells Fargo (USA)

1618 Milliarden Dollar (Vorjahr: 1200 Mrd. $)

Platz 3

Morgan Stanley (USA)

1909 Milliarden Dollar (Vorjahr: 1800 Mrd. $)

Platz 2

Bank of America (USA)

2002 Milliarden Dollar (Vorjahr: 1800 Mrd. $)

Platz 1

UBS (Schweiz)

2055 Milliarden Dollar (Vorjahr: 1747 Mrd. $)

In Schottland ansässige Banken haben Vermögenswerte in der Bilanz, die das Zwölffache der dortigen Wirtschaftsleistung übersteigen. Experten haben deshalb bereits infrage gestellt, ob ein unabhängiges Schottland mit einer Notlage von Großbanken klar kommen könne. Die Bank of England würde dann nicht mehr als letzter Kreditgeber einspringen. In der Finanzkrise 2008 musste Lloyds mit umgerechnet mehr als 25 Milliarden Euro gerettet werden. Auch die RBS bewahrte der Staat vor dem Kollaps.

Die Verfechter eines unabhängigen Schottlands haben im August deutlich an Zustimmung gewonnen. Jüngsten Umfragen zufolge lag die Kampagne nur noch sechs Prozentpunkte hinter den Abspaltungsgegnern.

Von

rtr

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