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15.01.2004

16:32 Uhr

Bankaktien steigen

US-Bankfusion setzt Branche unter Druck

Die nach der Bilanzsumme zweitgrößte amerikanische Bank, J.P.Morgan Chase, will in einem der größten Zusammenschlüsse der amerikanischen Bankengeschichte für 58 Milliarden Dollar den Konkurrenten Bank One übernehmen. Damit steht in den USA innerhalb kürzester Zeit erneut eine Großfusion im Finanzsektor an.

HB NEW YORK FRANKFURT. J.P. Morgan Chase hatte am Mittwoch nach US-Börsenschluss mitgeteilt, mit Bank One das sechstgrößte US-Institut per Aktientausch kaufen zu wollen. Erst im Oktober hatte der Branchen-Dritte Bank of America die Übernahme von Fleet Boston Financial für knapp 47 Milliarden Dollar angekündigt. Mit dieser Übernahme hätte sie J.P. Morgan in aktueller Form als zweitgrößtes Kreditinstitut der USA verdrängt. Marktführer ist nach wie vor die Citigroup.

„Diese Vereinbarung ist ein Meilenstein und wird einen der großen Finanzdienstleister der Welt schaffen“, sagte J.P.-Morgan-Chef William Harrison. Er kündigte zugleich die Streichung von bis zu 10 000 Stellen an, was rund sieben Prozent der US-Belegschaft der beiden Banken entspräche. Analysten begrüßten das Vorhaben, das für eine breitere geographische Aufstellung von J.P. Morgan sorgen und die Bank unabhängiger vom Investmentbanking und vom Handelsgeschäft machen werde.

Branchenexperten halten weitere Fusionen in der US-Bankenlandschaft und auch in Europa für wahrscheinlich. „Es wird erwartet, dass dieses Jahr etwas passieren wird und auch Citigroup hat gesagt, dass sie nicht nur an kleinen Banken interessiert sind“, kommentierte Händler Peter Lüdke von Merck Finck. Analyst Georg Kanders von der WestLB sagte: „Jedes Mal, wenn es zu einer größeren Fusion kommt, wird geschaut, welche Möglichkeiten es gibt. Wenn man in Europa schaut, bleibt eigentlich nur Deutschland übrig.“ Es sei durchaus möglich, dass es hier zu Lande schon in diesem Jahr Bewegung gebe.

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