Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

17.11.2014

17:33 Uhr

Banken-Abwicklungsfonds

Bankenabgabe verdoppelt sich für DZ Bank

Der Aufbau des europaweiten Abwicklungsfonds für kriselnde Geldhäuser kommt die DZ-Bank teuer zu stehen. Die Bankenabgabe wird sich für das Institut mehr als verdoppeln. Das bringt Probleme mit sich.

Die Zentrale der DZ Bank in Frankfurt: Das Geldinstitut muss höhere Abgaben zahlen. Reuters

Die Zentrale der DZ Bank in Frankfurt: Das Geldinstitut muss höhere Abgaben zahlen.

FrankfurtAuf die DZ Bank kommen durch den Aufbau eines europaweiten Abwicklungsfonds für kriselnde Geldhäuser deutlich höhere Belastungen zu. Vorstandschef Wolfgang Kirsch deutete am Montag am Rande einer Branchenkonferenz in Frankfurt an, dass sich die Bankenabgabe für das Institut 2015 mehr als verdoppeln könnte. „Das macht für uns einen niedrigen dreistelligen Millionen-Betrag aus“, sagte Kirsch. Für den nationalen Bankenfonds musste das Spitzeninstitut der meisten Volks- und Raiffeisenbanken nach eigenen Angaben 2013 nur einen mittleren zweistelligen Millionen-Betrag berappen.

In den EU-Abwicklungsfonds sollen europäische Banken bis 2024 insgesamt 55 Milliarden Euro einzahlen. Der Fonds soll künftig für die Stützung oder Abwicklung großer Geldhäuser aufkommen, falls Eigentümer und Gläubiger dies nicht aus eigener Kraft schaffen. Kritisch sieht Kirsch, dass die Höhe der Bankenabgabe maßgeblich von der Bilanzsumme der Geldhäuser abhängt. Zudem spielt die Leverage Ratio - das Verhältnis des Eigenkapitals zur Bilanzsumme - bei der Regulierung von Geldhäusern eine immer wichtigere Rolle.

Viele Geschäfte müsse die DZ Bank deshalb ab 2015 anders bewerten als bisher, sagte Kirsch. Dazu zähle beispielsweise das Verleihen von Liquidität gegen Sicherheiten (Repo-Geschäfte), das die Bilanzsumme ansteigen lasse. „Wir fahren das zurück“, sagte Kirsch. Der Umgang mit überschüssiger Liquidität ist für Geldhäuser komplizierter geworden, da die Europäische Zentralbank seit kurzem einen Strafzins von 0,2 Prozent verhängt, wenn Institute über Nacht Geld bei ihr anlegen.

„Wir bemühen uns möglichst, keine Strafzinsen zu bezahlen“, betonte Kirsch. Auch andere Banken versuchen, überschüssige Liquidität zum Ende des Handelstages loszuwerden. „Man muss schauen, dass man bis 15 Uhr alles weg hat“, erzählt ein Vorstand eines anderen deutschen Instituts. Banken mit US-Niederlassungen könnten Geld „im kleinen Umfang“ auch bei der amerikanischen Notenbank Fed parken, wo keine Strafzinsen fällig sind, sagte Kirsch.

Das bringe allerdings andere Probleme mit sich. „Wer die Fed bemüht, geht ein Währungsrisiko ein“, erklärte der DZ-Bank-Chef. Aus seiner Sicht ist es deshalb legitim, wenn Banken Firmenkunden mit negativen Zinsen belegen, wenn diese kurzfristig große Geldsummen bei den Instituten anlegen.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×