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02.08.2013

12:45 Uhr

Banken

Bank of America droht neuer Ärger wegen Hypothekengeschäften

Die Bank of America wird erneut von Altlasten aus der Finanzkrise eingeholt: Das US-Justizministerium bereitet eine Zivilklage vor. Es geht um sogenannte Jumbo-Hypothekenanleihen für zwei große US-Immobilienfinanzierer.

Eine Filiale der Bank of America in New York: Viele Anleger werfen der Bank vor, Hypotheken niedriger Qualität – teilweise gebündelt in hochkomplexe Wertpapiere – verkauft zu haben. AFP

Eine Filiale der Bank of America in New York: Viele Anleger werfen der Bank vor, Hypotheken niedriger Qualität – teilweise gebündelt in hochkomplexe Wertpapiere – verkauft zu haben.

New YorkDer Bank of America steht ein neuer Gerichtsstreit um Hypothekenpapiere ins Haus. Das US-Justizministerium bereite eine Zivilklage im Zusammenhang mit sogenannten Jumbo-Hypothekenanleihen vor, teilte das Geldhaus am Donnertag mit. Auch die Börsenaufsicht SEC könne in diesem Zusammenhang Zivilklage einreichen.

Es gehe um Papiere, die für eine Garantie der beiden großen US-Immobilienfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac zu umfangreich waren und dann in einer Riesenanleihe zusammengefasst wurden. Was der zweitgrößten US-Bank genau vorgeworfen wird, ging aus der Erklärung nicht hervor. Das Institut war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Mit der Klage holen Bank of America abermals ihre Altlasten aus der Finanzkrise ein, die vor allem im Hypothekengeschäft liegen und bereits zu einer Reihe kostspieliger Vergleiche geführt haben. Das Geldhaus hatte mit am stärksten auf den heimischen Hypothekenmarkt gewettet.

Kapitalquoten großer Banken (2. Quartal 2013)

Kernkapitalquoten

Ein Lehre aus den Folgen der Finanzkrise lautet: Banken müssen mehr echtes Eigenkapital vorhalten, dass Verluste auffangen kann. Im „Basel III“ genannten Regelwerk ist eine Mindestquote von 4,5 Prozent aus Eigenkapital und einbehaltenen Gewinnen vorgeschrieben – von Investoren werden aber derzeit eher neun Prozent als Wert für eine stabile Bank angesehen.

Bank of America

9,6 Prozent

Citigroup

10 Prozent

Commerzbank

8,4 Prozent (nach 7,5 Prozent im ersten Quartal)

Deutsche Bank

10 Prozent (nach 8,6 Prozent im 1. Quartal 2013)

Goldman Sachs

keine Angabe nach dem 2. Quartal 2013

JP Morgan

9,3 Prozent

Morgan Stanley

9,9 Prozent

UBS

11,2 Prozent

Wells Fargo

8,5 Prozent

Quelle

Die Kernkapitalquoten stammen von den jeweiligen Geldhäusern und beziehen sich auf das jeweils zuletzt verfügbare Quartal. Die Banken beschreiben die Quote als „Common Equity Tier 1 Ratio nach Basel III“ oder auch nach der EU-Umsetzung der Basel-III-Vorgaben („CRD IV“) als „pro forma fully loaded CRD IV core tier 1 ratio“. Offiziell gilt die Basel-III-Vorgabe erst ab 1. Januar 2019, doch die Investoren verlangen bereits lange eine deutliche Übererfüllung der künftigen Quoten.

Viele Anleger werfen der Bank vor, Hypotheken niedriger Qualität – teilweise gebündelt in hochkomplexe Wertpapiere – verkauft zu haben. Während das Institut daran jahrelang prächtig verdiente, blieben die Käufer auf den Verlusten sitzen, die sich einstellten, als der US-Häusermarkt 2007 kollabierte.

Von

rtr

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