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22.03.2012

15:02 Uhr

Banken

Commerzbank-Aktionäre warten weiter auf Dividende

Commerzbank-Chef Martin Blessing macht den gebeutelten Aktionären wieder einmal Hoffnung auf eine Dividende. Für das Geschäftsjahr 2013 - also frühestens in zwei Jahren - könnte es eine Ausschüttung geben.

Frühestens in zwei Jahren - also 2013 - könnte es eine Ausschüttung geben. dapd

Frühestens in zwei Jahren - also 2013 - könnte es eine Ausschüttung geben.

Die leidgeprüften Commerzbank-Aktionäre müssen noch länger auf eine Dividende warten als gedacht. Vorstandschef Martin Blessing kassierte in einem Interview des „Manager Magazin“ endgültig sein Ziel, die Anteilseigner schon für 2012 am Gewinn zu beteiligen. „Ich hoffe, dass wir für das Geschäftsjahr 2013 wieder so weit sein werden“, sagte Blessing dem Magazin laut Vorabbericht vom Donnerstag.

Das letzte Mal, dass die Commerzbank-Aktionäre eine Ausschüttung bekamen, war für das Jahr 2007 - vor dem Kauf der Dresdner Bank. Die Übernahme kurz vor der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers im Herbst 2008 trieb die Commerzbank direkt in die Arme des Staates. Die Alt-Aktionäre mussten seither nicht nur dem Verfall des Kurses zusehen, sondern auch eine deutliche Verwässerung ihrer Anteile hinnehmen.

Wer im Überschwang der Dresdner-Fusion Papiere gekauft und seitdem nichts unternommen hat, hat fast 90 Prozent seines Einsatzes verloren. Wer bei der Doppel-Kapitalerhöhung im Frühjahr 2011 mitgezogen hat, verlor immer noch zwei Drittel. Am Donnerstag notierte die Commerzbank-Aktie mit dem Gesamtmarkt gut zwei Prozent im Minus bei 1,90 Euro.
„Ich hatte die Hoffnung auf eine Dividende 2012 im Prinzip schon vor Monaten aufgegeben“, sagt Klaus Nieding von der Aktionärsvereinigung DSW.

Im vergangenen Sommer hatte Finanzchef Eric Strutz eine Dividendenzahlung für 2012 noch als möglich bezeichnet. Doch in der zweiten Jahreshälfte spitzte sich die Euro-Schuldenkrise zu, zudem verschärfte die europäische Bankenaufsicht EBA die Eigenkapitalanforderungen an die Banken. Entsprechend bedeckt hielt sich Blessing schon auf der Bilanzpressekonferenz im Februar, als er nur noch allgemein sagte, es bleibe das Ziel von Deutschlands zweitgrößtem Geldhaus, „künftig“ wieder eine Dividende zu zahlen.

Die Commerzbank darf ohnehin nur Gewinne ausschütten, wenn sie die Stillen Einlagen des Bundes mit neun Prozent Zinsen bedient. Das sind aktuell noch 1,7 Milliarden Euro. Für 2011 hätten dem Bund etwa 170 Millionen Euro zugestanden. Doch ging der Staat abermals leer aus, denn nach dem für die Zahlung maßgeblichen deutschen Handelsgesetzbuch (HGB) schrieb die Bank einen Verlust von 3,6 Milliarden Euro, obwohl im Konzern nach internationaler Rechnungslegung ein Gewinn von gut 600 Millionen Euro zu Buche stand. Ob die Stille Einlage 2012 bedient wird, ist offen.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

23.03.2012, 09:24 Uhr

Die Überschrift dieses Artikels empfinde ich als Frechheit. Der Steuerzahler hat für seine stille Einlage nun schon im dritten Jahr in Folge keine Zinsen erhalten.

Ohne diese Einlage wäre der Kurs der Aktie heute 0,00 EUR und die Bank pleite. Statt sich über eine fehlende Dividende zu beklagen, sollte die Überschrift eher lauten: "Aktionäre erfreuen sich weiterhin an der Dummheit des Bundes".

Ich hätte die stille Einlage nämlich als Verantwortlicher des Bundes schon längst in Aktienkapital gewandelt und den dann verwässerten Restbestand an anderen Aktionären per Squeeze-Out mit 50 Cent pro Aktie abgefunden. :-)

DANDY

23.03.2012, 20:35 Uhr

KURSSTEIGERUNG CONTRA DIVIDENDE
:::::::::::::::::::::::::::::::
kein aktionär wird die dividende vermissen -
solange die wertentwicklung diese mehr als
kompensieren wird..
............................................
die bundesbeteiligung war mitentscheidend für
den einstieg in die commerzbank und hat sich
als richtig erwiesen..
............................................

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