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21.12.2015

17:08 Uhr

Banken

Europäische Aufsicht pocht auf Bonusdeckel

VonElisabeth Atzler

Bonuszahlungen im Top-Management bei Banken sorgt regelmäßig für Diskussionen. Nun greift die Europäische Aufsicht ein. Grundsätzlich sollen ab 2017 die Managerboni begrenzt sein. Es gibt aber Ausnahmen.

Auch Thema beim Düsseldorfer Karneval. dpa

Banker-Boni

Auch Thema beim Düsseldorfer Karneval.

FrankfurtDie europäische Bankenaufsicht Eba besteht auf einer Deckelung der Boni für alle Geldhäuser. „Die Anwendung des so genannten Bonusdeckels soll keiner Ausnahme unterliegen“, teilte sie am Montag mit. Die Vorgabe gehört zu neuen Richtlinien für die Vergütung in der Bankenbranche.

Die Eba-Regeln bedeuten zum einen, dass auch kleine Geldhäuser den Bonusdeckel einhalten müssen. Zum anderen missfallen der Aufsicht bestimmte Sonderformen von Gehältern. Einige Banken haben das Grundeinkommen etlicher Mitarbeiter zuletzt durch eine sogenannte verantwortungsabhängige Zulage erhöht – aus Ausgleich für die Boni-Beschränkung.

Nach Ansicht der Eba gibt es aber nur zwei Arten von Einkommen, variable und feste Vergütungskomponenten. „Die Richtlinien stellen klar, dass die Elemente der Vergütung entweder als variabler oder als fixer Teil festgelegt werden“, heißt es in den jetzt veröffentlichten Richtlinien. Die korrekte Kategorisierung sei entscheidend, um den Bonusdeckel zu berechnen.

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Die EU verlangt von großen wie von kleinen Banken, dass sie die Gehälter ihrer Top-Manager offenlegen. Derzeit geben längst nicht alle Institute die Bezüge preis. Der Sparkassen- und Giroverband verlangt Ausnahmen.

Seit dem vergangenen Jahr dürfen Banker noch maximal das Doppelte des Festgehalts als Bonus bekommen. Davon darf ein Teil erst nach mehreren Jahren ausgezahlt werden. Die Regeln sind eine Reaktion auf die Finanzkrise. Zu hohe Boni als Belohnung etwa für hohe Gewinnsteigerungen gelten seitdem als ein Grund, warum in Banken kurzfristig zu hohe Risiken eingegangen wurden. Die neuen Eba-Vorgaben sollen ab Januar 2017 gelten.

Für kleine und wenige komplexe Geldinstitute sehen die Eba-Vorgaben – anders als in ersten Entwürfen – Ausnahmen vor. Es gelte das Prinzip der Verhältnismäßigkeit. Für diese Häuser müsse die Regelung, dass Bonuszahlungen über mehrere Jahre gestreckt und teils in Unternehmensanteilen ausgezahlt werden, nicht gelten. Eine solche Vorgabe wäre beispielsweise für deutsche Sparkassen, deren Träger die Kommunen sind, ein Problem.

Bei deutschen Sparkassen sowie Volks- und Raiffeisenbanken, die unter die Definition fallen könnten, spielen Boni indes ohnehin eine untergeordnete Rolle. Der Bonusdeckel berührt sie daher nicht. Parallel will die Aufsicht aber, dass alle Institute unabhängig von ihrer Größe die Gesamtvergütung ihres Topmanagements offenlegen, wie es gerade erst in einem Schreiben von Eba-Chef Andrea Enria an das Europaparlament hieß. Ihm zufolge ist das europäisches Recht. Viele kleine Sparkassen und Genossenschaftsbanken tun das unter Verweis auf das Handelsgesetzbuch bisher nicht.

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