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17.09.2013

17:14 Uhr

Banken

Großbritannien verkauft Lloyds-Aktien

Für 3,2 Milliarden Pfund verkauft der britische Staat seinen ersten Testballon aus der einst vor der Pleite stehenden Lloyds Banking Group. Das Rettungsmanöver könnte sogar ein Geschäft für die Steuerzahler gewesen sein.

Verkauf der Lloyds-Aktien: Analysten lobten das Timing der Regierung. dpa

Verkauf der Lloyds-Aktien: Analysten lobten das Timing der Regierung.

LondonDie britische Regierung hat ein Paket mit Aktien der Großbank Lloyds Banking Group für 3,21 Milliarden Pfund (3,83 Mrd Euro) abgestoßen. Der Staat hatte 2008 für mehr als 20 Milliarden Pfund Lloyds-Aktien gekauft, um die Bank vor dem Untergang zu bewahren. Das Geschäft habe sich rentiert, sagte Finanzminister George Osborne. „Es ist ein guter Ausgang für den Steuerzahler.“ Mehr als 500 Millionen Pfund blieben übrig, um Schulden des Staates abzubauen.

Das am Dienstag an institutionelle Anleger verkaufte Paket entspricht sechs Prozent der Lloyds-Anteile, wie die staatliche Agentur UKFI mitteilte. Der Staat hält damit noch 32,7 Prozent an der Bank. Weitere Aktienverkäufe soll es in den nächsten 90 Tagen nicht geben.

Das Aktienpaket wurde zum Anteilspreis von 75 Pence verkauft. Die Regierung hatte im Jahr 2008 im Schnitt 73,8 Pence für die Lloyds-Aktien bezahlt und somit brutto ein Plus von rund 60 Millionen Pfund gemacht. Die Regierung habe jedoch von Lloyds auch mehr als 2,5 Milliarden Pfund für Garantien zurückerhalten. Somit stehe der Anteilskauf nur mit 61 Pence pro Aktie in den Büchern und es errechne sich ein Plus von mehr als Millionen Pfund, sagte Osborne.

Die zehn größten Banken der Welt

Platz 10

Platz zehn belegt die China Construction Bank, seit dem Jahr 2005 werden an der Hongkonger Börse Aktien der CCB im Wert von mehr als 8 Milliarden Dollar gehandelt.

Bilanzsumme: 2241 Mrd. US-Dollar

Platz 9

Darauf folgt die Bank of America, deren Ursprünge auf die im Jahr 1784 gegründete Bank of Massachusetts zurückgehen. Sie ist somit die zweitälteste Bank der USA.

Bilanzsumme: 2258,5 Mrd. US-Dollar

Platz 8

Die JP Morgan Chase & Co. ist, gemessen an der Bilanzsumme von mehr als 2,3 Billionen US-Dollar, die größte Bank der USA.

Bilanzsumme: 2359,1 Mrd. US-Dollar

Platz 7

Die britische Großbank Barclays wurde 2011 in einer an der ETH Zürich veröffentlichten Studie als einflussreichstes Unternehmen der Weltwirtschaft bezeichnet.

Bilanzsumme: 2420,6 Mrd. US-Dollar

Platz 6

Crédit Agricole mit Sitz in Paris ist auch durch seine Tätigkeit als Sponsor des Radsportteams Crédit Agricole weltweit bekannt.

Bilanzsumme: 2431,4 Mrd. US-Dollar

Platz 5

Die MUFG entstand 2005 aus dem Zusammenschluss der beiden Unternehmen Mitsubishi Tokyo Financial Group (MTFG) und UFJ Holdings, Herzstück des Konzerns ist die Bank of Tokyo-Mitsubishi UFJ.

Bilanzsumme: 2488,8 Mrd. US-Dollar

Platz 4

BNP Paribas entstand 2000 durch die Fusion der Banque Nationale de Paris (BNP) und der Paribas. Zusammen mit der Société Générale und dem Crédit Lyonnais gehört sie zu den drei alten Geschäftsbanken Frankreichs.

Bilanzsumme: 2517,1 Mrd. US-Dollar

Platz 3

Die Deutsche Bank mit Sitz in Frankfurt am Main ist das nach Bilanzsumme und Mitarbeiterzahl größte Kreditinstitut Deutschlands und unterhält bedeutende Niederlassungen in London, New York City, Singapur und Sydney.

Bilanzsumme: 2655,7 Mrd. US-Dollar

Platz 2

Zweiter ist die Bank HSBC, die ihren Sitz in London hat und somit die größte Bank Europas ist.

Bilanzsumme: 2692,5 Mrd. US-Dollar

Platz 1

Die ICBC ist, gemessen an der Bilanzsumme, nicht nur die größte Bank der VR China, sondern auch die größte Bank der Welt.

Bilanzsumme: 2813,5 Mrd. US-Dollar

Analysten lobten das Timing der Regierung. Ein Verkauf mit Profit wäre vor einem Jahr, als der Aktienkurs noch bei der Hälfte der heutigen Höhe lag, unvorstellbar gewesen. Die Lloyds Aktie zog nach Meinung von Analysten auch deshalb an, weil die Regierung begünstigende politische Maßnahmen ergriffen hat – etwas Erleichterungen für die Kreditaufnahme von privaten Häuslebauern.

Der Analyst Ian Gorden von Investec glaubt, dass Lloyds noch vor der britischen Parlamentswahl im Frühjahr 2015 vollständig privatisiert sein kann. „Das Timing der Regierung ist einwandfrei“, sagte er.

Deutlich schwieriger als bei Lloyds dürfte sich die Reprivatisierung bei der weitaus größeren zweiten Staatsbeteiligung in Großbritannien, der Royal Bank of Scotland gestalten. Dort ist der Staat mit rund 80 Prozent beteiligt. Der frühere RBS-Vorstandschef Stephen Hester hatte angedeutet, es könne noch zehn Jahre dauern, bis der Regierungsanteil an RBS verkäuflich sei.

Von

dpa

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