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05.11.2013

19:48 Uhr

Banken im Check

Ex-EZB-Chefökonom erwartet große Kapitallücken

Die EZB beginnt mit der Überprüfung der größten Banken in der EU. Der Gesundheits-Check wird große Kapitallücken der Institute offenlegen, meint der frühere EZB-Chefökonom Jürgen Stark. Und der Check komme zu spät.

Der ehemalige Chefvolkswirt der EZB, Jürgen Stark: „Ich hätte mir eher gewünscht, dass man sich mehr Zeit lässt.“ dpa

Der ehemalige Chefvolkswirt der EZB, Jürgen Stark: „Ich hätte mir eher gewünscht, dass man sich mehr Zeit lässt.“

MainzDer frühere EZB-Chefökonom Jürgen Stark erwartet, dass der angelaufene Gesundheits-Check der Banken in der Europäischen Währungsunion große Kapitallücken der Institute offenlegen wird. „Ich hoffe, dass es im zweistelligen Milliardenbereich bleibt“, sagte der deutsche Ex-Finanzstaatssekretär und -Bundesbanker am Dienstag in Mainz. Es sei zwar sinnvoll, dass die EZB vor der Übernahme der Aufsicht über die Institute im November 2014 die Geldhäuser umfassend prüfe, um sich als neuer Aufseher keine Altlasten einzuhandeln. Allerdings komme der Check zu spät. „Wir hätten das in Europa vor fünf Jahren machen sollen nach dem Kollaps von Lehman Brothers.“

Stark war im Herbst 2011 aus Protest gegen die Geldpolitik der EZB zurückgetreten. Auch eine Übernahme der Bankenaufsicht durch die Notenbank sieht er kritisch, da Interessenskonflikte zwischen der Geldpolitik und der Aufsicht unter einem Dach quasi vorprogrammiert seien. „Sollte es dann am Ende doch dazu kommen - und das wird eines Tages passieren - dass die EZB in Rechte Dritter eingreifen muss, dann führt das zu großen Reputations- und auch Rechtsrisiken für die EZB.“ Zudem sei der Zeitraum zum Aufbau der Aufsicht viel zu kurz: „Das ist schon auf Kante genäht. Ich hätte mir eher gewünscht, dass man sich mehr Zeit lässt.“

Diese deutschen Banken überprüft die EZB

Großbanken

Commerzbank
Deka-Bank (Spitzeninstitut der Sparkassen)
Deutsche Bank
DZ-Bank (Spitzeninstitut der Volksbanken)
Hypo Real Estate Holding (Deutsche Pfandbriefbank)
SEB
WGZ Bank (2. Spitzeninstitut der Volksbanken)

Landesbanken

Bayerische Landesbank (BayernLB)
Landesbank Baden-Württemberg (LBBW)
Landesbank Berlin (LBB)
Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba)
Norddeutsche Landesbank (NordLB)
HSH Nordbank

Sparkassen/Genossenschaftsbanken

Deutsche Apotheker- und Ärztebank
Haspa Finanzholding (Hamburger Sparkasse)

Immobilienbanken

Aareal Bank
Münchener Hypothekenbank

Förderbanken

Landeskreditbank Baden-Württemberg
Landwirtschaftliche Rentenbank
NRW.Bank

Sonstige Institute

Volkswagen Financial Services Aktiengesellschaft
Wüstenrot & Württembergische

Die EZB beginnt in diesen Tagen mit einer dreistufigen Überprüfung der 128 größten Banken der Währungsunion - bestehend aus einer Risikoanalyse, einer Prüfung der Werthaltigkeit von ausgewählten Portfolios der Bankbilanzen und einem Stresstest. Bei diesem müssen die Institute unter Beweis stellen, dass sie auch eine massiven Konjunktureinbruch oder das Platzen einer Spekulationsblase am Immobilienmarkt überleben würden.

Die EZB-Aufsicht ist Teil einer umfassenden Bankenunion, deren zweiter und dritter Teil, ein einheitlicher Abwicklungsmechanismus für marode Institute und eine gemeinsame Einlagensicherung. Bei der Bankenabwicklung wird eine politische Einigung bis Jahresende erwartet.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Mazi

05.11.2013, 20:36 Uhr

Das war wohl eine direkte Ansage für die Arbeitsleistung der BaFin.

Wie kann man eine Behörde so aufblasen ohne deren Leistung zu überwachen. Der Vorwurf geht an alle noch lebenden ehemalige Bundesfinanzminister. Es kann doch kein so großes Geheimnis gewesen sein, wenn die EZB vor Arbeitsübernahme bereits eine derart radikale Bestandsaufnahme macht.

Die BaFin hätte besser einmal die Banken überwacht statt in den Konten der Privaten rumzuschnüffeln.

r-tiroch@t-online.de

06.11.2013, 09:27 Uhr

na für die fehlenden Billionen gibt es ja dann unendlich OMT+LTRO

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