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12.01.2016

14:19 Uhr

Banken in den USA

Top-Geldhäuser sparen sich zum Erfolg

Die größten US-Banken werden den besten Jahresgewinn seit 2006 erzielen. Doch die Branche steht vor einem schwierigen neuen Jahr, denn bald ist das Limit für Einsparungen erreicht. Wie sollen die Banken noch wachsen?

Im Zuge der Finanzkrise waren die Kosten der Banken angeschwollen. AFP

Wall Street in New York

Im Zuge der Finanzkrise waren die Kosten der Banken angeschwollen.

Die sechs größten Banken der USA werden ersten Schätzungen zufolge den besten Jahresendgewinn seit 2006 einstreichen. Insgesamt dürfte der Gewinn der Geldhäuser bei 19,9 Milliarden US-Dollar liegen.

Die hohe Gewinnsumme kommt dadurch zustande, dass die Banken massiv ihre Kosten senken und Sparprogramme durchführen. Im vierten Quartal des Jahres 2015 haben die sechs Institute 61,8 Milliarden Dollar für Personal, Marketing und Immobilien ausgeben - das ist die niedrigste Summe für diese Kosten seit sieben Jahren. Und das schraubt den Gewinn in die Höhe.

"Kostensenkungen machen es den Banken möglich gegen das flaue Marktumfeld anzukämpfen", sagt Shannon Stemm, Analystin bei Edward Jones in St. Louis. "Ein großer Teil der Einsparungen macht sich bereits positiv bemerkbar." 

Die großen Rechtsrisiken der Investmentbanken (laut Moody's)

Barclays

Kapitalerhöhung 2008: Es geht um Ungereimtheiten bei der Kapitalerhöhung durch Investoren aus dem Nahen Osten, genauer um die Frage, ob gezahlte Gebühren korrekt veröffentlicht wurden. Altaktionäre blieben bei der Transaktion außen vor. Es ermitteln die britische Finanzaufsicht FCA, US-Justizministerium, SEC, und die britische Behörde für schwere Wirtschaftskriminalität SFO.

Handelssysteme: Hochfrequenzhändler sollen Einblicke in eigentlich anonyme Handelspositionen von anderen Kunden erhalten haben. Es ermitteln die US-Börsenaufsicht SEC und die New Yorker Generalstaatsanwaltschaft.

HSBC

Geldwäsche: Geldwäsche-Vorwürfe und damit verbundene Sanktionsverstöße hält Moody`s für ein hohes Risiko für das britische Institut.

RBS

Verkauf toxischer US-Hypotheken: Die Royal Bank of Scotland hat dafür bereits 2,5 Milliarden Dollar zurückgelegt, Moody's hält aber eine endgültige Strafzahlung für wahrscheinlich, die „ein Vielfaches“ davon beträgt.

Deutsche Bank

Devisen: Es geht um Kursmanipulationen

Russlandgeschäft: Kunden sollen über die Russland-Tochter der Bank Schwarzgeld gewachsen haben.

Credit Suisse

US-Hypotheken und Asset Backed Securities: Die RMBS Working Group, eine Einheit des US-Justizministeriums, untersucht den Verkauf und die Bündelung von US-Schrotthypothekenkrediten, die zur Finanzkrise führten. Das führte zum Teil schon zu empfindlichen Strafen in der Branche.

UBS

US-Hypotheken und Asset Backed Securities: Die RMBS Working Group, eine Einheit des US-Justizministeriums, untersucht den Verkauf und die Bündelung von US-Schrotthypothekenkrediten, die zur Finanzkrise führten. Das führte zum Teil schon zu empfindlichen Strafen in der Branche.

Goldman Sachs

US-Hypotheken und Asset Backed Securities: Die RMBS Working Group, eine Einheit des US-Justizministeriums, untersucht den Verkauf und die Bündelung von US-Schrotthypothekenkrediten, die zur Finanzkrise führten. Das führte zum Teil schon zu empfindlichen Strafen in der Branche.

Die offizielle Zahlen für das vierte Quartal werden in den kommenden Tagen erwartet. Den Anfang macht JPMorgan am 14. Januar. Darauf folgen Citigroup und Wells Fargo am 15. Januar, Morgan Stanley und Bank of America haben ihre Zahlen für den 19. Januar angekündigt. Goldman Sachs stellt das Quartalsergebnis am 20. Januar vor. Analysten rechnen damit, dass Wells Fargo mit 5,36 Milliarden Dollar den höchsten Gewinn einfahren wird, gefolgt von JP Morgan mit 4,75 Milliarden Dollar und der Citigroup mit 3,55 Milliarden Dollar.

Im Zuge der Finanzkrise waren die Kosten der Banken angeschwollen - vor allem horrende Summen für Rechtsstreitigkeiten belasteten die Institute. Hier sind die Kosten nun aber gesunken. In den ersten drei Quartalen 2015 beliefen sich die Rechtskosten der fünf größten US-Banken auf weniger als sieben Milliarden Dollar - im Jahr 2014 lagen diese noch bei 33 Milliarden Dollar.

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Analysten sehen dunkle Wolken über der amerikanischen Finanzwelt aufziehen. Jobkürzungen wie kürzlich bei Morgan Stanley sind demnach nur die „Spitze des Eisbergs“ verglichen mit dem, was 2016 auf die Branche zukommt.

Zudem bauen die US-Banken seit Jahren massiv Stellen ab. Prominentes Beispiel hierfür ist die Bank of America: Sie hat in den vergangenen vier Jahren die Zahl ihrer Mitarbeiter um rund 75.000 verringert.

Unklar ist, wie lange noch die Banken ihre Gewinne durch Kosteneinsparungen halten können. Denn bald ist das Limit für Einsparungen erreicht, 2016 könnte deshalb das Jahr sein, in dem Banken merken, dass sie ihre Strategie ganz neu ausrichten müssen.

"Wenn die Erträge weiterhin gedämpft bleiben und wir kein Potenzial beim Wachstum erreichen, wie sollen die Banken dann wachsen?", sagt Chris Mutascio, Analyst bei Keefe, Bruyette & Woods. "Es gab schon viele Sparmaßnahmen. Da ist nicht mehr viel zu holen"

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