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01.11.2013

12:11 Uhr

Banken-Krise

RBS lagert Milliarden in Bad Bank aus

Die RBS lagert 2014 hochriskante Vermögenswerte im Umfang von 38 Milliarden Pfund in eine Bad Bank aus. Das erleichtert den Ausstieg der britischen Regierung aus der RBS. Bis dahin ist aber noch einiges zu tun.

Die RBS sichert zu, bei den Ermittlungen zu mutmaßlichen Manipulationen am Devisenmarkt mit mehreren Regierungen zusammenzuarbeiten. ap

Die RBS sichert zu, bei den Ermittlungen zu mutmaßlichen Manipulationen am Devisenmarkt mit mehreren Regierungen zusammenzuarbeiten.

LondonDie britische Großbank RBS richtet auf Druck der Regierung eine interne Müllhalde für besonders riskante Kredite ein. Mit der „Bad Bank“ soll der Abbau der Darlehen im Volumen von fast 40 Milliarden Pfund beschleunigt und die Privatisierung des in der Krise verstaatlichten Geldhauses vorbereitet werden. Kurzfristig fallen allerdings Milliarden-Abschreibungen an, was den Investoren an der Börse missfiel.

„Ich denke, dadurch wird es einfacher, die Bank zu verkaufen und unser Geld zurückzubekommen“, sagte der britische Finanzminister George Osborne am Freitag im BBC-Radio zu den Plänen. Allerdings sei ein Verkauf vor der nächsten Parlamentswahl 2015 unwahrscheinlich. Die Regierung in London kontrolliert 81 Prozent der Royal Bank of Scotland (RBS). Das Paket ist an der Börse momentan gut 18 Milliarden Pfund (21,3 Milliarden Euro) wert. Die Steuerzahler auf der Insel mussten die RBS 2008 mit 46 Milliarden Pfund vor dem Kollaps retten.

Mit dem Umbau soll auch das Verhältnis der Bank zur Regierung geglättet werden. Diese betonte, der Schritt werde sich positiv auf die Kreditvergabe auswirken. Weil die verschobenen Darlehen von 38 Milliarden Pfund in den nächsten drei Jahren vollständig abgebaut sein sollen, wird Eigenkapital von zehn bis elf Milliarden frei, das bislang als Risikopuffer gebunden ist. Damit können neue Kredite an Firmen und Privathaushalte ausgegeben werden.

Die zehn größten Banken der Welt

Platz 10

Platz zehn belegt die China Construction Bank, seit dem Jahr 2005 werden an der Hongkonger Börse Aktien der CCB im Wert von mehr als 8 Milliarden Dollar gehandelt.

Bilanzsumme: 2241 Mrd. US-Dollar

Platz 9

Darauf folgt die Bank of America, deren Ursprünge auf die im Jahr 1784 gegründete Bank of Massachusetts zurückgehen. Sie ist somit die zweitälteste Bank der USA.

Bilanzsumme: 2258,5 Mrd. US-Dollar

Platz 8

Die JP Morgan Chase & Co. ist, gemessen an der Bilanzsumme von mehr als 2,3 Billionen US-Dollar, die größte Bank der USA.

Bilanzsumme: 2359,1 Mrd. US-Dollar

Platz 7

Die britische Großbank Barclays wurde 2011 in einer an der ETH Zürich veröffentlichten Studie als einflussreichstes Unternehmen der Weltwirtschaft bezeichnet.

Bilanzsumme: 2420,6 Mrd. US-Dollar

Platz 6

Crédit Agricole mit Sitz in Paris ist auch durch seine Tätigkeit als Sponsor des Radsportteams Crédit Agricole weltweit bekannt.

Bilanzsumme: 2431,4 Mrd. US-Dollar

Platz 5

Die MUFG entstand 2005 aus dem Zusammenschluss der beiden Unternehmen Mitsubishi Tokyo Financial Group (MTFG) und UFJ Holdings, Herzstück des Konzerns ist die Bank of Tokyo-Mitsubishi UFJ.

Bilanzsumme: 2488,8 Mrd. US-Dollar

Platz 4

BNP Paribas entstand 2000 durch die Fusion der Banque Nationale de Paris (BNP) und der Paribas. Zusammen mit der Société Générale und dem Crédit Lyonnais gehört sie zu den drei alten Geschäftsbanken Frankreichs.

Bilanzsumme: 2517,1 Mrd. US-Dollar

Platz 3

Die Deutsche Bank mit Sitz in Frankfurt am Main ist das nach Bilanzsumme und Mitarbeiterzahl größte Kreditinstitut Deutschlands und unterhält bedeutende Niederlassungen in London, New York City, Singapur und Sydney.

Bilanzsumme: 2655,7 Mrd. US-Dollar

Platz 2

Zweiter ist die Bank HSBC, die ihren Sitz in London hat und somit die größte Bank Europas ist.

Bilanzsumme: 2692,5 Mrd. US-Dollar

Platz 1

Die ICBC ist, gemessen an der Bilanzsumme, nicht nur die größte Bank der VR China, sondern auch die größte Bank der Welt.

Bilanzsumme: 2813,5 Mrd. US-Dollar

Mit der Maßnahme ist eine Aufspaltung der Großbank vorerst vom Tisch. Der neue RBS-Chef Ross McEwan sagte, das Verhältnis zum Staat und den Aufsichtsbehörden könne dadurch auf ein neues Fundament gestellt werden. Kritiker der internen Bad Bank monieren jedoch, dass sich nur wenig ändere. Denn RBS habe bereits ein internes Abbauprogramm, das Vermögenswerte, die nicht mehr zum Kerngeschäft zählen, reduzieren solle. In der Einheit liegen schon Problemkredite im Volumen von 45 Milliarden Pfund. Bis 2016 sollen es nur noch 20 Milliarden Pfund sein. Einer der zehn größten privaten Investoren der Bank sagte, es handele sich um kosmetische Übungen.

Die Bank betonte, durch den beschleunigten Risiko-Abbau bis Ende 2015 auf eine Kernkapitalquote von rund elf Prozent kommen zu können - das liegt deutlich über den Vorgaben des neuen Regelwerks Basel III. Ein Jahr später sollen es zwölf Prozent sein. Das wären drei Punkte mehr als heute. Mit dem Kernkapital schützen sich Banken gegen Krisen. Die RBS teilte weiter mit, im laufenden Quartal würden wegen der Bad Bank Abschreibungen von 4,0 bis 4,5 Milliarden Pfund nötig. An der Börse fielen die Aktien des Instituts deswegen um knapp vier Prozent.

Zugleich kündigte RBS wie bereits die Deutsche Bank, UBS und der britische Konkurrent Barclays an, bei den Ermittlungen zu mutmaßlichen Manipulationen am Devisenmarkt mit mehreren Regierungen zusammenzuarbeiten. Intern würden derzeit die Kommunikation und Geschäftspraktiken im Devisenhandel durchleuchtet.

Im Tagesgeschäft hatte die RBS im dritten Quartal Schwierigkeiten. Der operative Gewinn schrumpfte auf 438 Millionen Pfund von 909 Millionen im Vorjahreszeitraum. Wie die Konkurrenten verzeichneten die Briten vor allem im Investmentbanking Einbußen.

Von

rtr

Kommentare (1)

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r-tiroch@t-online.de

04.11.2013, 16:37 Uhr

wenn das so weitergeht haben wir nebst den 6000 EU-banken bald 6000 Bad-Banken?

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