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11.03.2012

18:44 Uhr

Banken

Neuer Vorstand bei der Deutschen Bank

Der Vorstand der Deutschen Bank wird größer. Ein Deutscher zieht in das Gremium ein und soll das Privatkundengeschäft beflügeln. Der Betriebsrat wehrt sich gegen den plötzlichen Umbau. Nicht der einzige Kritiker.

Anshu Jain, CEO  der Deutschen Bank baut den Vorstand um. dapd

Anshu Jain, CEO der Deutschen Bank baut den Vorstand um.

FrankfurtDas neue Führungsduo der Deutschen Bank treibt den Umbau des Top-Managements voran. Nachdem vergangene Woche aus Finanzkreisen bekannt wurde, dass drei enge Vertraute des künftigen Co-Chefs und Top-Investmentbankers Anshu Jain in den Vorstand einziehen, erhält einem „Spiegel“-Bericht zufolge nun auch die deutsche Fraktion Zulauf: In den erweiterten Vorstand (GEC), der künftig 17 statt zwölf Manager umfassen soll, ziehe Christian Ricken ein, der künftig neben Vorstandsmitglied Rainer Neske das Privatkundengeschäft vertreten solle.

Ricken gelte als Neskes rechte Hand und solle vor allem die Integration der Postbank vorantreiben, berichtete das Magazin. Ricken ist Vorstandsmitglied der Tochter Deutsche Bank Privat- und Geschäftskunden AG. Ein Sprecher der Bank erklärte, wie bei allen anderen Personalien bleibe das Institut dabei, dass es Marktgerüchte grundsätzlich nicht kommentiere. Finanzkreise bestätigten aber gegenüber dem Handelsblatt die Berichterstattung des „Spiegel“.

Christian Ricken. Pressefoto

Christian Ricken.

Jain übernimmt Ende Mai zusammen mit Jürgen Fitschen das Ruder beim größten deutschen Geldhaus. Die beiden basteln gerade ihr Führungsteam, das jünger und internationaler wird. Kritiker bemängeln, es handele sich dabei um eine Machtübernahme der Investmentbanker, intern als „Anshu's Army“ bezeichnet. Gehen müssen Finanzkreisen zufolge Risikochef Hugo Bänziger und Personalvorstand Hermann-Josef Lamberti. Beide Vorstände galten bislang nicht als Wackelkandidaten, allerdings soll das Verhältnis des künftigen Co-Bankchefs Anshu Jain zu Bänziger angespannt sein. Der Schweizer wollte ebenfalls den Spitzenjob.

Am schwersten dürfte die Trennung von Bänziger fallen. Der 56-jährige Risikochef hat die Bank durch die Untiefen der Finanzkrise gesteuert. Seine Aufgabe war es aber auch, stets unbequeme Fragen zu stellen, was den Risikochef nicht zur beliebtesten Person der Bank gemacht hat. Bänzigers Aufgaben sollen jetzt auf Finanzchef Stefan Krause und den Risikoexperten Bill Broeksmit aus London verteilt werden. Für Lamberti soll Investmentbanker Stephan Leithner in den Vorstand aufrücken und sich um Personal und rechtliche Fragen kümmern. Zudem werde er neuer Europa-Chef, hieß es.

Neuer Chief Operating Officer im Führungsgremium werde Henry Ritchotte, der diese Aufgabe bislang in der Investment-Banking-Sparte inne hat. Nachfolger des neuen Co-Bankchefs Anshu Jain an der Spitze des wichtigen Investment-Bankings sollen Asien-Chef Robert Rankin und Colin Fan werden, der bislang den Kredithandel steuert. Sie sollen in den erweiterten Vorstand der Bank aufrücken.

Der Umbau im Vorstand geht einher mit einer neuen Struktur, die sich die Bank gibt. Die institutionelle und die private Vermögensverwaltung werden zusammengelegt. Das Investment-Banking, das Privatkundengeschäft und das sogenannte Transaction Banking bleiben bestehen. Die Bank erhält mit dem Umbau ein völlig neues Gesicht und ihre Internationalisierung geht weiter - ein Umstand für den sich auch die Bundesbank als Aufsichtsbehörde interessiert.

Kommentar: Jains Coup

Kommentar

Jains Coup

Der Umbau im Vorstand der Deutschen Bank ist vor allem das Werk von Anshu Jain. Er macht die Bank internationaler. Wird sie damit unsicherer?

Die Pläne für einen umfangreichen Umbau in der Führungsetage der Deutschen Bank stoßen einem Zeitungsbericht zufolge auf Kritik beim Betriebsrat. Konzernbetriebsratschef Alfred Herling, der auch Mitglied im vierköpfigen Präsidium des Aufsichtsrats der Bank ist, fordert noch vor der für den 16. März anberaumten Sitzung des Kontrollgremiums Aufklärung vom künftigen Führungsduo Anshu Jain und Jürgen Fitschen. Das schreibt die Wirtschaftszeitung „Euro am Sonntag“ mit Bezug auf Aufsichtsratskreise.

Kommentare (1)

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fkreter

11.03.2012, 17:38 Uhr

Man sollte in Deutschland gesetzlich komplett das Investmentbanking verbieten und der Deutschen Bank dringend empfehlen im Ausland eine neue Konzernzentrale zu suchen. Auf solche Zeitgenossen kann Deutschland gut verzichten.

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