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11.08.2015

10:41 Uhr

Banken

Nicht alle Investmentbanker verdienen mehr

VonFrank Wiebe

Bei Investmentbanken in den USA und Europa fallen die Gehälter für Spezialisten. Gefragt sind Experten, die sich mit bestimmten Zinsgeschäften auskennen. Die bevorstehende Leitzinserhöhung bringt Gehaltszuschläge.

Einzelne Investmentbanker müssen Gehaltseinbußen hinnehmen – doch bei weitem nicht alle. ap

Schild an der Wall Street

Einzelne Investmentbanker müssen Gehaltseinbußen hinnehmen – doch bei weitem nicht alle.

New YorkDer Handel mit Zinspapieren macht für die meisten großen Banken einen wesentlich höheren Anteil ihres Geschäfts aus als der mit Aktien. In den letzten Quartalen haben die Ergebnisse dieses Geschäftsbereichs stark geschwankt. Aber die anstehende Zinserhöhung der US-Notenbank (Fed) sorgt für Belebung – auch bei den Gehältern.

Nach einer Erhebung der Beratungsfirma Options Research in New York haben die Experten im Geschäft mit Zinsprodukten in den USA und in Europa im ersten Halbjahr 2015 ihre Bezüge im Durchschnitt um etwa zehn Prozent gesteigert. Dazu gehört der Handel mit Staatspapieren, aber auch der Bereich des Geldmarkts und der Swap-Geschäfte, bei denen zum Beispiel Zinsen für längere Laufzeiten gegen solche für kürzere getauscht werden können.

Was Investmentbanken in London ihren "Associates" zahlen

Daten / Quelle

Die Daten stammen von der Website emolument.com, die fast 500 Gehälter von "Associates" (Analysten mit einigen Jahren Berufserfahrung bzw. Berufseinsteiger mit MBA-Abschluss) bei Banken in London analysiert hat. Die Daten beziehen sich auf Jahresgehälter für 2015.

Die Daten sind zum Pfund-Kurs im August 2015 umgerechnet.

JP Morgan

Die US-Investmentbank bezahlt ihren Londoner Angestellten im Investmentbanking am meisten: Rund 220.000 Euro inklusive Bonus winken den Bankern dort.

Morgan Stanley

US-Konkurrent Morgan Stanley folgt gleich darauf. Ein Investmentbanker in der Londoner City verdiente 2015 bei der Großbank noch rund 210.000 Euro.

Goldman Sachs

Mit Goldman Sachs stammt auch die dritte am besten zahlende Investmentbank in der Londoner City aus den USA. Gut 200.000 Euro können Banker dort 2015 einstreichen.

UBS

Die UBS zieht mit einem Jahresgehalt von gut 200.000 Euro mit Goldman Sachs gleich.

Credit Suisse

Umgerechnet rund 178.000 Euro zahlt die Credit Suisse den Investmentbankern in der Londoner City.

Deutsche Bank

Umgerechnet gut 175.000 im Jahr können sich Investmentbanker in London bei der Deutschen Bank erwarten.

Barclays

Rund 160.000 Euro bekommen Investmentbanker, die in London bei Barclays arbeiten.

BNP Paribas

Die französische BNP Paribas kommt bei den am besten zahlenden Banken auf Rang zehn. Investmentbankern überweist sie 2015 inklusive Boni rund 160.000 Euro aufs Konto.

Einen deutlichen Einbruch gab es dagegen bei Kredit-Produkten. Dazu zählen Unternehmensanleihen, der Bereich der Hochzinspapiere, Bank-Darlehen und Schulden von Unternehmen, die Sanierungsfälle sind – jeweils einschließlich der zugehörigen Derivate. Hier sind die Bezüge im ersten Halbjahr in den USA sogar um 15 Prozent gesunken, in Europa um zwölf Prozent. Einen deutlichen Rückgang gab es auch für die Angestellten im Geschäft mit Verbriefungen.

Alle drei genannten Bereiche sind Teile des Segments „Zinspapiere, Währungen und Rohstoffe“ (FICC), das für einige Geldhäuser wie Goldman Sachs oder die Deutsche Bank eine erhebliche Bedeutung hat. Wegen der gegenläufigen Tendenzen innerhalb von FICC blieb das Niveau insgesamt in den USA und Europa im Schnitt praktisch unverändert.

Kommentare (2)

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11.08.2015, 12:15 Uhr

Das interessanteste an den Gehaltspaketen bei einer Investmentbank sind aber die variablen Bestandteile (sprich der Bonus). Das Fixum kann ruhig niedrig ausfallen. Es dient ja im Grunde genommen nur zur Deckung der Lebenshaltungskosten.

Sehr von Vorteil ist auch noch ein sog. " Signing Bonus ". Also dafür, dass man(n) sich genau für diesen Arbeitgeber entscheidet. Dieser kann auch gerne in " Naturalien " bezahlt werden (z.B. einen neuen Zuffenhausener o.ä.).

Herr Gerhard Golenz-Zeubner

11.08.2015, 14:58 Uhr

"...Aber die anstehende Zinserhöhung der US-Notenbank (Fed) sorgt für Belebung – auch bei den Gehältern...."
Hmmh, ist da nicht Skepsis angesagt? Schlechte Arbeitsmarktzahlen, eine Abwertung in China, die andere Abwertungen nach sich ziehen wird?
Ich denk mal, Janet Yellen wird ihre Zinserhöhung zwar wie stets ankündigen, aber früher als November wird das nichts, falls überhaupt noch in 2015.

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