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18.06.2013

16:51 Uhr

Banken

Österreichs Nationalbank suspendiert Vizechef

In der Korruptionsaffäre um die Banknoten-Druckerei hat die Oesterreichische Nationalbank ihren Vizegouverneur vom Dienst suspendiert. Die Wiener Staatsanwalt hatte zurvor Anklage gegen den Banker erhoben.

Dem so eben suspendierten Vizechef der Oesterreicher Nationalbank drohen bis zu zehn Jahre Haft. Reuters

Dem so eben suspendierten Vizechef der Oesterreicher Nationalbank drohen bis zu zehn Jahre Haft.

WienDie Oesterreichische Nationalbank (OeNB) hat in der Korruptionsaffäre um die zum Institut gehörende Banknoten-Druckerei ihren Vizegouverneur vom Dienst suspendiert. Aufgrund der Anklage der Wiener Staatsanwaltschaft gegen Wolfgang Duchatczek habe die Zentralbank beschlossen, ihn mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben zu entbinden, teilte die OeNB am Dienstag mit.

„Der Generalrat wird nach einer weiteren Prüfung des Sachverhalts in seiner nächsten Sitzung am 27. Juni entscheiden, welche weiteren Schritte gefasst werden“, teilte die OeNB mit. OeNB-Chef Ewald Nowotny werde die von Duchatczek geführten Bereiche vorübergehend übernehmen.

Kapitalquoten großer Banken (1. Quartal 2013)

Kernkapitalquoten

Ein Lehre aus den Folgen der Finanzkrise lautet: Banken müssen mehr echtes Eigenkapital vorhalten, dass Verluste auffangen kann. Im „Basel III“ genannten Regelwerk ist eine Mindestquote von 4,5 Prozent aus Eigenkapital und einbehaltenen Gewinnen vorgeschrieben – von Investoren werden aber derzeit eher neun Prozent als Wert für eine stabile Bank angesehen.

Svenska Handelsbanken

17,5 Prozent

Standard Chartered

10,7 Prozent

UBS

10,1 Prozent

HSBC

9,8 Prozent

Deutsche Bank

Nach der Kapitalerhöhung im April 2013: 9,5 Prozent

Santander

9,2 Prozent (Ziel für Ende 2013)

JP Morgan

8,9 Prozent

Credit Suisse

8,6 Prozent („Look-through“ Kapitalquote)

Commerzbank

Ende des 1. Quartals 2013: 7,5 Prozent

Nach der Kapitalerhöhung: 8,6 Prozent

Lloyds

8,1 Prozent

Royal Bank of Scotland

7,7 Prozent

Quelle

Die Kernkapitalquoten stammen von den jeweiligen Geldhäusern und beziehen sich auf das jeweils zuletzt verfügbare Quartal. Die Banken beschreiben die Quote als „Common Equity Tier 1 Ratio nach Basel III“ oder auch nach der EU-Umsetzung der Basel-III-Vorgaben („CRD IV“) als „pro forma fully loaded CRD IV core tier 1 ratio“. Offiziell gilt die Basel-III-Vorgabe erst ab 1. Januar 2019, doch die Investoren verlangen bereits lange eine deutliche Übererfüllung der künftigen Quoten.

Dem Banker und acht weiteren Personen wird Beitrag zur Untreue, Bestechung, Geldwäscherei und anderen strafbaren Handlungen zur Last gelegt. Ihnen drohen jeweils bis zu zehn Jahre Haft. Die Banknoten-Druckerei OeBS und ihre Schwesterfirma – die Münze Österreich – hatten zwischen 2005 und 2011 Aufträge aus Aserbaidschan und Syrien an Land gezogen.

Im Gegenzug überwiesen die Österreicher laut Staatsanwaltschaft insgesamt 14 Millionen Euro an Schmiergeldern über Offshore-Gesellschaften an die Auftraggeber. Das Geld soll an Amtsträger der Nationalbanken von Aserbaidschan und Syrien geflossen sein.

Duchatczeks Anwalt sagte vergangene Woche, die Vorwürfe würden jeder Grundlage entbehren. Die Anklageschrift enthalte "keinen einzigen Beweis", der seinen Mandant belaste.

Von

rtr

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