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29.12.2011

15:11 Uhr

Banken

ÖVAG verkauft Osteuropa-Tochter Anfang 2012

Die Österreichische Volksbank will ihre Kapitaldecke mit dem Verkauf der Tochter VBI aufpolstern. Nach schlechten Geschäften der VBI steht noch nicht fest, wie viel Geld die russische Sberbank für den Kauf ausgeben muss.

Die Sberbank-Vertretung im südrussischen Stavropol. Reuters

Die Sberbank-Vertretung im südrussischen Stavropol.

FrankfurtDie angeschlagene Österreichische Volksbank (ÖVAG) will den Verkauf ihrer Osteuropa-Tochter VBI an die russische Sberbank Anfang 2012 über die Bühne bringen. In den vergangenen Tagen sei mit den Russen eine grundsätzliche Einigung über wesentliche Fragen erzielt worden, sagte ein ÖVAG-Sprecher zu Reuters. „Wir werden die Transaktion in den ersten Wochen des neuen Jahres abschließen.“ Noch fehlt den Angaben zufolge die Freigabe von den Kartellwächtern aus ein bis zwei Ländern, in denen die Volksbank International (VBI) aktiv ist.

Zudem müssten noch letzte Formalien erledigt und die Verträge unterschrieben werden, sagte der ÖVAG-Sprecher. Er wollte sich deshalb auch nicht zum Kaufpreis äußern, über den sich beide Seiten bisher noch nicht abschließend geeinigt hatten. Bei der Bekanntgabe des Geschäfts im September hatten ÖVAG und Sberbank einen Preis von 585 bis 645 Millionen Euro vereinbart - abhängig von der Geschäftsentwicklung der VBI. Im Anschluss versuchte die Sberbank den Preis Insidern zufolge dann jedoch unter 500 Millionen Euro zu drücken, weil die VBI-Geschäfte schlechter liefen als erwartet - besonders in Ungarn.

Das österreichische Volksbanken-Spitzeninstitut will mit dem Verkauf Risiken in der Bilanz abbauen und seine dünne Kapitaldecke aufpolstern, um die härteren Vorschriften der Regulierer zu erfüllen. Die ÖVAG hielt zuletzt 51 Prozent an der Tochter, die restlichen 49 Prozent gehören den deutschen Genossenschaftsbanken DZ und WGZ sowie der französische Banque Populaire Caisse d'Epargne. Auch sie geben ihre Anteil an die Sberbank ab. Die Russen wollen durch die Übernahme der knapp 300 Zweigstellen mit rund 4000 Beschäftigten in Zentral- und Osteuropa ihr Einflussgebiet ausbauen. Erst am Mittwoch hatten sie zudem eine Partnerschaft mit der französischen Großbank BNP Paribas angekündigt.

Von

rtr

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