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29.09.2011

20:55 Uhr

Banken-Pläne

Schweizer Nationalbank unterstützt IWF

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) stellt sich hinter die Pläne des Weltwährungsfonds (IWF) für eine Rekapitalisierung der Banken, so SNB-Präsident Hildebrand. Zudem warnte er vor einer Verschärfung der Schuldenkrise.

SNB-Präsident Philipp Hildebrand ist für eine Rekapitalisierung der Banken. Reuters

SNB-Präsident Philipp Hildebrand ist für eine Rekapitalisierung der Banken.

GenfDie Schweizerische Nationalbank (SNB) stellte sich hinter die Pläne des Weltwährungsfonds (IWF) für eine Rekapitalisierung der Banken. Er unterstütze zu hundert Prozent die Einschätzung von IWF-Chefin Christine Lagarde, dass eine Rekapitalisierung der Banken nötig sei, sagte SNB-Präsident Philipp Hildebrand am Donnerstag in Genf.

Der IWF hatte kürzlich gewarnt, dass die Risiken in den Büchern europäischer Banken gestiegen sind und die Geldhäuser dringend frisches Kapital brauchten. Lagarde hatte vor einigen Wochen den Unmut vieler europäischer Regierungen auf sich gezogen, als sie eine Zwangskapitalisierung der Banken forderte.

In der Schweiz müssen die beide Großbanken Credit Suisse und UBS in Zukunft deutlich mehr Eigenkapital vorhalten als internationale Standards vorsehen.

Neben Schwächen im Bankensystem besteht das größte Risiko nach Hildebrands Worten derzeit darin, dass sich die Staatsschuldenkrise in der Eurozone in den kommenden Monaten verschärft. Aus Schweizer Sicht könnte das zu einer neuen Flucht in den Franken führen. Die Schweiz werde daher an ihrer Devisenpolitik festhalten und den Anfang des Monats eingeführten Euro-Mindestkurs von 1,20 Franken mit allen Mitteln verteidigen.

Ein Inflationsproblem entstehe für die Schweiz dabei nicht, sagte Hildebrand.

Negativzinsen auf Guthaben von Ausländern in der Schweiz seien kein geeignetes Mittel gegen den Aufwertungsdruck für den Franken, sagte der Notenbankchef weiter. Geld, das in den Franken flüchte, werde nicht angelegt oder auf Bankkonten geparkt. Die Fluchtbewegung finde hauptsächlich über Derivate statt.

Für Europa komme es entscheidend darauf an, Italien und Spanien vor den Auswirkungen der Krise in den europäischen Peripherieländern zu schützen.

Das Problem in der Peripherie müsse isoliert und dringend gelöst werden, erklärte Hildebrand weiter.

 

Von

rtr

Kommentare (1)

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Wutbuerger

29.09.2011, 21:53 Uhr

"Negativzinsen auf Guthaben von Ausländern in der Schweiz seien kein geeignetes Mittel gegen den Aufwertungsdruck für den Franken, sagte der Notenbankchef weiter. Geld, das in den Franken flüchte, werde nicht angelegt oder auf Bankkonten geparkt. Die Fluchtbewegung finde hauptsächlich über Derivate statt."

Danke, Herr Hildebrand. Da werde ich in den nächsten Wochen nochmal Zehntausend Euro in die Schweiz schieben und in Franken umrubeln. Das wird natürlich hier steuerlich deklariert, so wie sich das gehört ;))

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