Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

06.09.2011

17:38 Uhr

Banken-Tagung

Die Krise als Dauerzustand

VonMichael Brächer

Die Finanzkrise scheint kein Ende zu nehmen. In Frankfurt diskutierten Spitzenbanker darüber, wie ihre Institute die unsicheren Zeiten überstehen. Doch der vielleicht wichtigste Gast fehlte.

Sagte die Veranstaltung in Frankfurt kurzfristig ab: Spitzenpolitiker Rösler scheint derzeit vor allem mit seiner Partei beschäftigt zu sein. dapd

Sagte die Veranstaltung in Frankfurt kurzfristig ab: Spitzenpolitiker Rösler scheint derzeit vor allem mit seiner Partei beschäftigt zu sein.

FrankfurtMan sieht es ihm nicht an – doch wenn es ums Risiko geht, gilt Alexander Dibelius als Experte. Der Finanzmanager von Goldman Sachs dürfte sich mit dem Thema besser auskennen, als ihm lieb ist. Schließlich räumte sein Institut selbst ein, dass es die Entstehung der US-Immobilienblase mit verursacht hatte. Die Blase platzte, und aus der Krise des Immobilienmarktes ist eine globale Finanz- und Währungskrise geworden, die nicht in den Griff zu kriegen ist. Daran konnten Konjunkturpakete, Rettungsschirme und Stabilisierungsfonds nichts ändern.

„Es scheint, als lebten und handelten wir in einem permanenten Zustand der Krise“, sagt Dibelius. Er erklärt den 350 Gästen der Handelsblatt-Tagung „Banken im Umbruch“, wie man das Risiko im Bankgeschäft „allumfassend managed“.

Martin Blessing spricht auf der Handelsblatt-Tagung "Banken im Umbruch". dpa

Martin Blessing spricht auf der Handelsblatt-Tagung "Banken im Umbruch".

Keine zwei Kilometer Luftlinie vom Tagungsort entfernt, an der Frankfurter Börse, machen die Märkte derweil keine Anstalten, sich managen zu lassen: Nachdem Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann am Montag die aktuelle Lage mit der Lehman-Pleite verglichen hatte, war der Dax um über fünf Prozent abgestürzt. Und auch am Dienstag ging er nach einer kurzen Erholungsphase wieder auf Talfahrt.

Daran konnte auch Commerzbank-Chef Martin Blessing nichts ändern, der sich in seiner Eröffnungsrede einigermaßen optimistisch gab. Wobei Optimismus nach Blessings Worten in diesen Zeiten allenfalls „blutleeres Wachstum“ bedeutet.

Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank, Josef Ackermann. dpa

Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank, Josef Ackermann.

Nicht nur sein Vortrag macht deutlich: Die Zeiten, in denen Bankmanager als schillernde Stars auf die Bühne schritten, scheinen endgültig vorbei zu sein. So mancher Bankenchef machte gar einen weiten Bogen um die wartenden Kameraleute. Und auch im Publikum ist die Stimmung eher verhalten. „Das dicke Ende kommt erst noch“, sagt ein Banker in der Kaffeepause, der lieber nicht genannt werden möchte.

Francis Repka, der Deutschland-Direktor der Société Générale, ist nicht ganz so pessimistisch. Die Probleme seien lösbar. Allerdings brauche das mehr Zeit – und mehr Engagement. „Jetzt liegt der Ball bei der Politik“, sagt Repka. Doch die scheint zu sehr mit sich selbst beschäftigt: Die Abschlussrede der Tagung sollte eigentlich Wirtschaftsminister Philipp Rösler halten.

Er hat kurzfristig abgesagt.

 

Kommentare (4)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

ex-FDPler

06.09.2011, 18:23 Uhr

Zitat:
"„Jetzt liegt der Ball bei der Politik“, sagt Repka. Doch die scheint zu sehr mit sich selbst beschäftigt: Die Abschlussrede der Tagung sollte eigentlich Wirtschaftsminister Philipp Rösler halten.

Er hat kurzfristig abgesagt."


Von schwarzgelb ist auch nichts anderes zu erwarten. Mit der Taktiererei in 2010 haben Westerwelle und Merkel das Feuer in Brand gesteckt. Jede Aktion dieser Chaospolitiker ist vergleichbar mit einem Heissluftfön, der auf ein Feuer gerichtet wird. Es wird immer kräftiger.

Zum Löschen kommt da weder eine Merkel noch ein Rösler. Denen ist ihr Machterhalt doch viel wichtiger. Bleibt zu Hoffen, dass diese Parteien in den nächsten Landtagswahlen erneut ihre Quittung erhalten. Die fdp ist bald Geschichte und mit ihr hoffentlich Merkel mit ihrer Gurkentruppe ebenfalls. Dieses Aussitz- und Märkteverunsicherungstheater muss ein Ende haben!

Pendler

06.09.2011, 18:33 Uhr

Also oky, danke für die gemachte Panik
man kann echt gut daran verdienen.

Aber, jeder weiß, dass es:
- zu viele Banken
- zu viele Schulden
- zu viele Politiker
gibt.

Und jeder normale Mensch weiß, dass Griechenland und viele italienischen Banken lange schon Pleite sind. Sie sind tot und wissen es nur noch nicht.

Lasst sie doch endlich absaufen, das reinigt das Feld und was bleibt ist stark genug, den Wiederaufbau an gehen zu können.

Thomas-Melber-Stuttgart

06.09.2011, 18:37 Uhr

Nun ja, was erwarten die Banken? Eine bessere Regulierung der Märkte, mehr Überwachung? Wohl eher nicht. Daher: "Wirtschaft findet in der Wirtschaft statt" (Günter Rexrodt).

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×