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04.07.2012

06:40 Uhr

Banken-Testamente

Letzter Wille: Keine Panik!

VonRolf Benders, Nils Rüdel

Nie wieder Lehman: Erstmals mussten Großbanken aufschreiben, was im Falle einer Pleite mit ihnen geschähe. Die Institute, darunter die Deutsche Bank, bleiben vage. Eine Bank macht sich sogar über die Aufseher lustig.

Großbanken machen ihr Testament

Video: Großbanken machen ihr Testament

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New York/WashingtonEs sind Gedanken, die sich niemand gerne macht: Was geschieht nach dem eigenen Tod? Wer soll was bekommen? Und wer bezahlt meine Beerdigung? Ein Testament aufzusetzen ist schwer, da geht es Großbanken neuerdings nicht anders als normalen Menschen: Führende globale Geldhäuser wurden nun erstmals von der US-Regierung gezwungen aufzuschreiben, was geschehen wird, sollten sie dereinst zusammenbrechen.

Die ersten neun Testamente, die die US-Einlagensicherung FDIC am Dienstagabend veröffentlichte, verraten allerdings vor allem eines: Die Banken lassen sich nicht gerne in die Karten schauen. In ihren der Öffentlichkeit zugänglichen Teilen sind die Notfallpläne denkbar knapp formuliert – wären sie das Testament eines Menschen, die Erben wären wohl ziemlich ratlos. Während die Behörden detailliertere Einblicke in die Testamente bekommen, muss sich die erwartungsvolle Fachwelt zumeist mit langatmigen Zustandsbeschreibungen und vage formulierten Krisenplänen begnügen.

So beschränkt sich die Beschreibung, wie sich etwa die britische Großbank Barclays eine Auflösung des Instituts im Falle einer Krise vorstellt, auf weniger als eine halbe Seite. Auch wenn andere wie JP Morgan oder die Deutsche Bank etwas großzügiger sind, bleiben auch diese Finanzgiganten der Öffentlichkeit Details schuldig. Wieder andere nutzen ihr Testament, um sich selbst zu loben.

Die meisten Banken deklinieren eher abstrakt durch, wie Teile der Finanzkonglomerate entweder in eine Überbrückungsbank überführt oder verkauft werden sollen. Die nach Vermögenswerten größte US-Bank JP Morgan etwa sieht ihre Teilbereiche derart hoch angesehen, dass sie sich gut verkaufen würden.

Die Deutsche Bank deutet an, dass im Falle des Falles die US-Regulierer die deutsche Bankenaufsicht BaFin umgestört operieren lassen sollten. Dann sei die im Notfall zu gründende Überbrückungsbank in der Lage, die US-Firmenteile mit Liquidität zu versorgen. Die Bank of America spricht gleich nur von unbestimmten „Käufern“, die unbestimmte Teile der Bank bestimmt übernehmen würden.

Gezwungen zu ihren Testamenten, im Fachjargon „Living wills“ genannt, hat die Banken das Mammut-Regulierungsgesetz „Dodd Frank Act“. Es schreibt vor, dass zunächst die neun wichtigsten Banken Pläne vorlegen müssen, wie sie sich im Falle einer Krise abwickeln lassen – neben der Deutschen Bank, Barclays und JP Morgan sind dies noch Goldman Sachs, die Bank of America, Morgan Stanley, Citigroup, UBS und Credit Suisse. Weitere 116 Banken und Firmen, die von US-Behörden reguliert werden, sollen bis 2013 folgen.

Kommentare (19)

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InselUtoya

04.07.2012, 06:51 Uhr

+++ Beitrag von der Redaktion gelöscht +++

Bernd

04.07.2012, 07:08 Uhr

Was ist das denn wieder für ein Schwachsinn ??
Alle diese Banken sind korrupt und werden von den Politikern unterstützt.
Ihre einzige Aufgabe : Die Menschen zu betrügen und zu modernen Sklaven zu machen.
Die ganze Welt ist voll von Lügen in allen Bereichen.
Und die Medienhuren tragen ihren großen Teil dazu bei.
Und 90% der Menschen interessiert es nicht !
Armselig geht die Welt zugrunde.....

Schlaumeier

04.07.2012, 07:53 Uhr

Die US-Regierung unnd die Britische sind doch der Grund des ganzen Übels. Leben auf Pump, Pump, Pump - seit nun schon ca. 30 Jahren. Die Banken waren doch willige Erfüllungsgehilfen. Wenn sich was ändern soll muss man fragen: Mr. Obama, wo ist ihr Sparprogramm. 35% des aktuellen US-Haushaltes werden über Schulden finanziert. Schlimmer als in den europ. Südländern.

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